Impulse für den Glauben - elfter Teil - XV
Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Gespenster
Wo viel Mut, viel Hoffnung und viel guter Wille ist, finden sich schnell auch Bremser und Bedenkenträger. Auch im Älterwerden gibt es diese heimtückischen und hinterlistigen Räuber. Sie rauben Spiel,- Lebens- und Zukunftsfreude. Da ist zum Beispiel die Angst vor Demenz, Abhängigkeit, Unselbständigkeit, Krankheit und dem Pflegeheim.
Angst vor Abhängigkeit und Unselbstständigkeit
Neben der Angst vor Demenz scheint bezüglich Alter und Älterwerden die Angst vor Abhängigkeit und Unselbständigkeit der Killer Nr. 2 zu sein. Eine Lösung könnte sein: In einer mündigen Gemeinschaft zu leben, die aus mündigen selbstverantwortlichen Individuen besteht, die sich zu ihrer Begrenzung und zu ihrem Angewiesensein auf Ergänzung stellen und eine Mitverantwortung am Ergehen eines Menschen in seiner altersspezifischen Bedürftigkeit erkennen. Weder Abhängigkeit noch Unselbständigkeit sind drohende Killer des Älterwerdens. Eher disqualifiziert einen Menschen das Pochen auf Selbstbestimmung.
Angst vor Krankheiten
Der Mensch ist im Alter zwar anfälliger für Krankheiten, aber es ist falsch, dass der Mensch mit zunehmendem Alter zunehmend krank wird. Die Beseitigung von Krankheiten wird nie den Alterungsprozess aufhalten. Wer Gesundheit verherrlicht, schafft fruchtbaren und allerbesten Nährboden für Ängste vor Krankheit. Dabei ist doch die Anfälligkeit auf Krankheit normal und einsichtig, wie Untersuchungen zeigen. Wozu also derart stark im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit? Sehr viel begründeter als diese oftmals fast schon sture Aufmerksamkeit auf das körperliche Ergehen wäre die Sorge um unser seelisches, mentales und soziales Gesundsein.
Angst vor dem Pflegeheim
Die Prognosen sind wenig ermutigend. Eine Studie der damaligen Crédit Suisse zum Thema „Die Zukunft des Pflegeheimmarktes“ kommt zum Schluss, dass, um den heutigen Komfortstandard zu bewahren, bis zum Jahr 2040 in der Schweiz 20 Milliarden Franken investiert und 70‘000 neue Stellen geschaffen werden müssen. Woher das Geld? Und das arbeitswillige Personal? Wer soll sich dann um die vielen pflegebedürftigen Menschen kümmern?
Ein positiveres Bild zeichnet der deutsche Erziehungswissenschaftler, Zukunftsforscher und Berater für Politik und Wirtschaft, Horst Opaschowski (*1941). Er setzt auf „sozialorientierte Lebenskonzepte“. Freiwillige Zusammenschlüsse, „soziale Konvois“ und verbindliche Gemeinschaften würden die Grundlage für die Zukunft bilden. Ebenfalls klar ist für ihn, dass „Wohlstand für alle“ gelten soll. Zuständig dafür könne aber nicht der Staat sein, sondern allein der Bürger. Was der Staat den Bürgern in den letzten drei Jahrzehnten Zug um Zug an Verantwortung abgenommen habe, müssten sich die Bürger jetzt – wollen sie nicht scheitern – wieder zurückholen.
Reflexionsfrage
Könnte der Ansatz von Horst Opaschowski nicht ein Ansatz für die Kirche sein, wieder gesellschaftsrelevanter zu werden? Welche Projekte könnte die Kirche hier beisteuern? Welchen Anteil habe ich als einzelner Bürger? Wo liegt meine Verantwortung?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.