Impulse für den Glauben - elfter Teil - XXII
Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Die christliche Gemeinschaft als Trainingslager (3)
Was ist und tut die christliche Gemeinde? Wie artikuliert und gibt sie sich? Könnte es sein, dass die christliche Kirche in der Gestaltung des Alters, dieser neuen Wirklichkeit, eine Art Vorreiterrolle hat?
3) Mündiger Umgang mit Schwäche, Begrenzung und Tod – als entscheidende Kernkompetenz der Kirche
Die Christliche Kirche ist der Ort, wo das Leben über alles geliebt und wertgeschätzt wird und an dem die Liebe zur Zukunft vorherrscht und sich als tonangebend erweist. Deshalb ist der mündige Umgang mit Schwäche, Begrenzung und Tod ein weiteres entscheidendes Kernmerkmal der Christlichen Kirche.
Wo und wie kann solches erlernt werden?
Ein offener Umgang mit Schwäche, Begrenzung und Tod ist in der Christlichen Kirche «in». Im Mittelpunkt steht, und das ist das Geheimnis, nicht die Schwäche selber, sondern der Umgang mit ihr, nicht die Begrenzung, sondern der Umgang mit ihr, nicht der Tod, sondern der Umgang mit ihm.
Im Alter kann gut am besten gesehen werden, dass zum Menschsein Bedürftigkeit und Hinfälligkeit gehören. Schwäche ist gerade nicht das, was es um jeden Preis zu vermeiden und auszurotten gilt. Schwäche ist nicht zuerst Begrenzung des Lebens, sondern Chance zum Leben.
Schwäche
In unserem Leben kann aufleuchten, dass Schwäche nicht zuerst Begrenzung des Lebens ist, sondern Chance zum Leben. Wir Menschen haben einen Schatz im irdenen und zerbrechlichen Gefäss. Nur durch die Risse im Gefäss kommt dieser Schatz zum Leuchten. Christus ist «im Schwachen mächtig».
Begrenzung
Wir Menschen mögen die Begrenzung nicht. Sowohl damals bei Adam und Eva als auch heute bei uns hören wir lieber auf die Stimme, die uns zuflüstert: Wenn du dies oder jenes tust, dann ist dir dies oder jenes möglich. «Wenn du dich so ernährst, dann…» oder, «wenn du so mit deiner Gesundheit umgehst, dann…» sind plumpe Sätze, die verlockend tönen. Begrenzung darf bejaht werden. In der Begrenzung wird erfülltes Leben erfahren.
Tod
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), lutherischer Theologe und engagiert im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, sagte: Der Tod ist «nicht bitter, wenn wir nicht verbittert sind. Der Tod ist Gottes Gnade, Gottes grösste Gnade.»
Dass Tod immer auch mit Leid, Verlust und Schmerz zu tun hat, ist fraglos. Der Tod darf, weil er Gnade ist, kommen, und zwar nicht nur, um uns von dem irdischen Leidensweg zu erlösen, sondern um uns den Zugang zur himmlischen Herrlichkeit zu ermöglichen.
Reflexionsfrage
Welche Einstellung habe ich zu Schwäche, Begrenzung und zum Tod?
Habe ich Angst vor dem Tod? Gibt es Personen, mit denen ich darüber sprechen kann?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.