Impulse für den Glauben - elfter Teil - XXI
Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Die christliche Gemeinschaft als Trainingslager (2)
Was ist und tut die christliche Gemeinde? Wie artikuliert und gibt sie sich? Könnte es sein, dass die christliche Kirche in der Gestaltung des Alters, dieser neuen Wirklichkeit, eine Art Vorreiterrolle hat?
2) Die Kirche als Seh-Schule
Sehen ist die wohl häufigste Devise in der Bibel. Das Auge bzw. die Tätigkeit des «Sehens» steht auf der biblischen Prioritätenliste dessen, wozu wir Menschen eingeladen und aufgefordert sind, ganz oben.
Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament: Hiob 42,5 / Jesaja 2,1 / Lukas 24,31 / Johannes 20,20
In Anlehnung an die bekannte Maslow-Pyramide hat der Autor eine «Bedürfnispyramide im Alter» erstellt.
Die unterste oder grundlegendste Ebene 4 «Zukunft» betrifft die Sicherheit. Aus welcher Hoffnung lebe ich? Was sehe ich vom Kommenden? Ist ein Mensch an dieser Stelle sicher und gewiss ist, verliert alles andere an Gewicht. Schmerz, Abhängigkeit, Verlust und anderes wird tragbarer.
Die Ebene 3 «Bedeutung» greift das Urbedürfnis des Menschen auf, Bedeutung zu haben. Was bin ich wert, wozu bin ich nützlich? Wer hier sicher ist, kann notfalls auf bestimmte Beziehungen verzichten.
Bei jenem Menschen, bei dem Unsicherheit auf der vierten und dritten Ebene vorherrscht, geraten die Beziehungen in den Vordergrund (Ebene 2): Wo sind meine Nächsten? Wer ist, gerade in Engpässen, mit mir? Entfallen die Beziehungen, droht die Reduktion des Menschen auf die Ebene des momentanen Befindens und Wohlergehens (Ebene 1). Das Leidvolle wird übermächtig. Orientierung am Kurzfristigen liegt nahe.
Die Christliche Kirche als Seh-Schule? Halten wir uns diese Pyramide und die alles entscheidende Ebene der Zukunftssicherheit vor Augen, spüren wir etwas von der Dringlichkeit der Seh-Schule nicht erst im Sterben, sondern mitten im Leben.
Die vielen Gleichnisse von Jesus und die einzigartigen Bilder im Alten Testament zum Denken und Handeln fördern die Hoffnung. Dazu sollte die Christliche Kirche anleiten, als Trainingslager.
Was wäre, wenn unter uns Menschen die Frage «Was siehst du» mehr und mehr die Frage «Wie geht es dir» ablösen würde? Die Seh-Schule kostet keine Studiengebühren. Es gibt keine Professoren und keine Dozenten.
Wäre es nicht vorstellbar, dass beispielsweise «sehende Alte» für ihre pflegenden Fachkräfte im eigenen Zimmer zu Seh-Lehrern und Seh-Trainern werden, so wie sie es in der Christlichen Kirche gelernt haben? Könnte es sein, dass dann die Altenpflege den Fachpersonen etwas mehr Freude macht?
Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) sagte schon damals: «Alt werden heisst sehend werden»
So könnte das Jahrhundert der Alten einen anderen Klang bekommen.
Reflexionsfrage
In welcher Hinsicht müssen wir Sehende werden? Und wie könnte die Christliche Kirche auf diesem Weg eine Art Schlüsselrolle ausüben?
Helfen Sie uns mit Ihren Ideen und schreiben Sie an: markus.zogg@ref-brunnen-schwyz.ch
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.