Impulse für den Glauben - elfter Teil - XII
Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Erfolgsfaktoren fürs Älterwerden (III)
Aus zahlreichen Gesprächen, die der Buchautor mit 85- oder 95-Jährigen, die mit viel positiver Ausstrahlung unterwegs sind, geführt hatte, stechen sieben Faktoren besonders stark hervor:
5) Sinnerfülltes Leben
Sinn gehört zu den elementaren Daseins- und Lebensthemen des Menschen. Der bekannte Soziologe, Horst W. Opaschowski, schreibt in seinem Buch ‚Das Abraham Prinzip‘: „Menschen über 65 haben nur einen Vorsatz, sich zu bemühen, ihr Leben möglichst sinnvoll zu gestalten.“
Sinn ist wie die Batterie des Lebens, ohne deren Energie weder Schwieriges bewältigt noch Risiken eingegangen, Ziele gewählt oder Widerstandsfähigkeit ausgebildet werden.
Kontrovers diskutierte Fragen gibt es viele. Aber dem Leben am nächsten kommen wohl folgende: Macht es Sinn, wenn man versucht, mit allen nur erdenklichen Mitteln irdisches Leben beliebig zu verlängern? Macht es Sinn, ein Leben zu beenden, wenn die Befindlichkeit eines Menschen nicht wirklich optimal ist und das Leben nicht mehr lebenswert scheint?
Wie lässt sich nun Sinn definieren? Generell geht es darum, dass wir uns selber, unser Dasein und was wir denken, sagen und tun, in einen grösseren Horizont des Lebens einordnen. Wir sehen etwas vor uns, das erstrebenswert, grösser, schöner, wichtiger ist und wo es sich lohnt, mitzuwirken und darauf hin zu leben.
Was könnte es also sein, was man sich wünscht, aber noch nicht da ist, eine sogenannte „Sinn-Perspektive“:
- Menschliche Beziehungen und Freundschaften eingehen.
- Sich auf anderes Denken einlassen. / Sich von anderen etwas sagen lassen.
- Andere Menschen am eigenen Umgang mit Schönem und weniger Schönen teilnehmen lassen.
- Mit anderen Menschen teilen, was man mit den Augen des Herzens sieht.
- Die Erfolgsfaktoren fürs Älterwerden kennen, sie einsetzen und Erfahrungen damit sammeln.
- Die beiden Worte „Danke“ und „Entschuldigung“ in unterschiedlichen Kontexten aussprechen können.
6) Vom Ja zu Schwäche und Begrenzung
Schwäche, Leid, Verletzlichkeit, Gebrechlichkeit, Scheitern und Ähnliches sind Dimensionen des Lebens, die uns in der Regel nicht lieb sind.
Wer gibt denn gerne zu, dass er schwach ist? Der Umgang mit Schwäche hängt von der Grundhaltung ab:
- Resignation -> Schwäche ist Schicksal, mit dem man sich abzufinden hat.
- Konfrontation -> Schwäche ist um jeden Preis zu beseitigen oder zu vertuschen.
- Verherrlichung -> Mit Schönreden versuchen, das Gefühl von Schwäche zu manipulieren.
- Schwäche als Chance -> Bedürftigkeit schafft und ermöglicht Beziehung.
Nicht unsere Leistungsnachweise machen uns zu wertvollen Menschen, sondern unsere Fähigkeit, mit Verletzlichkeit und Schwäche umzugehen. Gemäss biblischer Aussage wird menschliche Schwäche zur göttlichen Chance, potentieller Segensquelle und zum Ort innerer Schönheit. Die eigentlich Starken in dieser Welt sind also diejenigen, die Schwäche und Verletzlichkeit bejahen und damit umzugehen wissen.
Reflexionsfrage
Wie gehe ich mit meinen Schwachheiten um? In welchem Licht betrachte ich sie?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.