Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - elfter Teil - X

Buchcover Die Champions League des Lebens (Foto: Markus Zogg)

Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Erfolgsfaktoren fürs Älterwerden (I)

Aus zahlreichen Gesprächen, die der Buchautor mit 85- oder 95-Jährigen, die mit viel positiver Ausstrahlung unterwegs sind, geführt hatte, stechen sieben Faktoren besonders stark hervor:

1) In der Hoffnung verankert
Der hebräische Begriff für „Hoffnung“ heisst „Tikwah“, was ursprünglich bedeutet: „Eine Schnur spannen, damit eine Mauer gerade gebaut werden kann“. Das ist spannend. Auf das Leben heruntergebrochen könnte man sagen: Die Lebensmauer gerade bauen mit einer Schnur, die sich aus der Vergangenheit in die Zukunft spannt. Über die Vergangenheit wissen wir viel: die Herkunft dieser Welt, Karfreitag und Ostern, die Geschichte eines Landes oder unsere ganz persönliche Biografie. Aber was die Zukunft angeht, wird häufig gesagt, das sei mehr von Unsicherheiten und weniger Klarem geprägt. Das erstaunt. Denn was Gott für künftiges Leben verheisst und zusagt, hat äusserst klare Konturen. Es gibt kaum ein Lebensthema und kaum eine Lebenswirklichkeit, die stärker auf dieses „Sehen“ des Dahinterliegenden angewiesen ist als das Älterwerden. Wir lesen zum Beispiel in der Bibel: Eines Tages werden alle Tränen abgewischt werden, kein Leid und keine Krankheiten mehr wird es geben. Wenn das keine hoffnungsvollen Worte sind? Die Bibel selber ist Zukunfts- und Hoffnungsbuch.

2) Den inneren Menschen pflegen
In seinem zweiten Brief an die Korinther hält Paulus fest: „Darum werden wir nicht mutlos; sondern wenn auch unser äusserer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“
Es stellt sich die Frage: Müsste die Beachtung der Innenseite nicht in dem Masse zunehmen, in dem das Funktionieren der Aussenseite abnimmt? Wenn uns dies gelingen würde, könnten dann nicht äussere Schwäche, Verletzlichkeit, Verluste, Krisen und Belastungen in einem ganz anderen Licht erscheinen? Aus Unversöhntheit, Kritiksucht, Besserwisserei, Undankbarkeit, Ruhelosigkeit oder Sucht könnten andere Stichworte in den Fokus rücken: z.B. Zuversicht, Dankbarkeit, Hoffnung, Vorraussicht, Friede, Ruhe, Ja sagen, Festigkeit, Reife. Die Pflege des inneren Menschen kann dazu beitragen, mit der manchmal irritierenden äusseren Welt besser zurechtzukommen.

3) Wissen, wer ich bin – meine Identität
Wer bin ich, egal unter welchen Umständen? Was sage ich von mir, wenn Liebgewordenes wegfällt? Was trägt, wenn die eigene Welt wackelt? Zerbrechliche Identität ist begründet im Beruf, in der Leistung, im Besitz, im Aussehen, in Beziehungen. Dem gegenüber steht die wahre Identität, die nicht selbst erarbeitet werden kann. Diese Identität ist das, was jemandem erlaubt, im Frieden zu bleiben, auch wenn er oder sie frustriert, belastet, angezweifelt oder erschüttert wird. Wir dürfen uns in die von Gott zugesprochene Identität hineinnehmen lassen. Wahrscheinlich gehen wir sowohl individuell als auch gemeinschaftlich auf eine Zeit zu, in der sich Identität als Dreh- und Angelpunkt unseres Daseins – gerade auch in misslichen Umständen – herausstellen wird.

Reflexionsfrage
Was bedeuten für mich die ersten drei Erfolgsfaktoren fürs Älterwerden? Worin finde ich mich wieder? Mit welchen Herausforderungen bin ich konfrontiert? Was sind Aufgaben, denen ich mich stellen sollte?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 12.03.2026