Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - elfter Teil - III

Buchcover Die Champions League des Lebens (Foto: Markus Zogg)

Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Die verhängnisvollsten Lügen: Glückshindernisse fürs Älterwerden (Teil 2)

Lüge 7: Die Vergangenheit wird immer mehr und stärker, die Zukunft kleiner und unbedeutender.
Die Annahme eines zukunftslosen Alters, umhüllt von absterbender Lebensfreude, ist naheliegend. Was soll man im Alter noch erreichen? Man hat doch das Leben gelebt. Doch manchmal ist es so, dass alte und sehr alte Menschen Dinge der Zukunft sehen, die sie wesentlich stärken leiten als alles Vergangene, z.B. das Interesse an einer bevorstehenden Mondfinsternis. Wir Menschen sind nicht geschaffen für die Vergangenheit, sondern um unsere Gegenwart zu gestalten für die Zukunft, bis ans Lebensende.

Lüge 8: Mein Leben ist mit 70 gelaufen, da lässt sich nichts mehr ändern.
Niemand hat eine grössere eigene Erfahrungswelt, die er jetzt bewerten und einordnen kann, als der alte Mensch. Diese Erfahrungswelt, dieses vergangene, gelebte Leben gilt es zu betrachten, zu bearbeiten und neu zu ordnen. Könnte es sein, dass gerade deshalb ein Bänklein eine magische Anziehungskraft besitzt. Vergangenes wird geordnet, Gegenwärtiges verstanden, Künftiges vorausgeahnt.

Lüge 9: Älterwerden heisst nur noch loslassen und verlieren – Gewinnen ist vorbei.
Nicht das Loslassen, sondern der Mangel an attraktiver Vorstellung dessen, was in Zukunft sein kann und sein wird, ist das Problem. Die Frage ist: Was sehe ich? Die Kunst des Loslassens besteht darin, dass jemand das Wertvollere, das er gewinnen kann, zu sehen vermag.

Lüge 10: Im Alter ist man zunehmend einsam.
Es gilt als erwiesen, dass alte Menschen im Durchschnitt ein weit geringeres Risiko haben, einsam zu sein, als Menschen im mittleren Alter. Nicht nach, sondern vor 50 sind soziale Netze fragil. Aber es ist unbestritten, dass sich der Radius des Lebens im Alter automatisch verkleinert.

Lüge 11: Die Kosten des Altwerdens legen es nahe, freiwillig aus dem Leben zu gehen.
Es ist, als ob sich subjektives Wohlergehen und gemeinschaftliche Nützlichkeit als Leitwert unseres gesellschaftlichen Denkens und Handelns durchgesetzt hätten. Aber mit der Sterbehilfe rauben wir einer betroffenen Person ihren eigenen Sterbeprozess. Sterben und Tod sind ein letzter, geheimnisvoller Reifeprozess im Leben eines Menschen. Und uns als Gemeinschaft berauben wir, hinterlassen uns doch gerade sterbende Menschen im Moment ihres Sterbens ein nie ersetzbares, oft hoffnungsstiftendes Vermächtnis.

Lüge 12: Das Alter – da muss man durch.
Könnte es sein, dass der ganz persönliche Schlüssel zum Glücklichsein weder in der Beseitigung negativ empfundener Gegebenheiten noch im zähneknirschenden Ertragen dieses schwer Empfundenen besteht, sondern im Entdecken einer gesunden und mündigen Art des Umgangs mit Begrenzung, Notvollem und Belastendem?

Reflexionsfrage
In welchen der Lügen finde ich mich wieder? Ist es womöglich dran, dass bei mir da und dort ein Umdenken stattfinden sollte?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 22.01.2026