Markus Zogg

Impulse für die Advents- und Weihnachtszeit 2025 - IV

adventskranz (Foto: Markus Zogg)

In dieser Advents- und Weihnachtszeit dürfen wir mit der freundlichen Genehmigung des Herder-Verlages Impulse aus dem Büchlein "Hoffnung leuchtet wie ein Stern" auf unserer Homepage publizieren. Wir wünschen allen gesegnete Tage!
Markus Zogg,
«Jeder Mensch ein Kind»
Phil Bosmans

An Weihnachten feiern wir die Geburt des Christuskindes. Hirten, weise Magier aus dem Osten, ja die Engel im Himmel bestaunen das Wunder.
Jedes neugeborene Kind ist ein Wunder.
Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Alles so winzig und doch vollkommen da: die Händchen, das Näschen, die Öhrlein. Das Geheimnis des Lebens leuchtet auf. Schauen wir das Licht in seinen Augen, kann uns eine Ahnung ergreifen: Gott schaut uns an.
Jeder Mensch, der auf die Welt kommt, sucht sein Leben lang Geborgenheit. Vom ersten Tag an braucht ein Mensch nichts so sehr wie liebende Zuwendung. Jeder Mensch fühlt sich wohl, wenn er Wärme spürt, zärtliche Berührung. In seiner Hilflosigkeit muss sich der kleine Mensch darauf verlassen, dass sich die Mutter, der Vater oder eine andere Bezugsperson um das kümmern, was ihm gut tut. In ihrer Liebe weiss er sich geborgen.
Ein selig schlummernder Säugling strahlt Zuversicht aus: Das Leben ist schön. Doch auch dem kleinen Kind bleiben Schattenseiten des Lebens nicht erspart, und es fängt an zu schreien: Ich habe Hunger, ich habe Schmerzen. Ratlos überlegen die Eltern hin und her: Es hat doch alles, es hat getrunken, es liegt trocken und warm. Sie fragen sich: Was fehlt ihm nur? Vielleicht ist sein Schreien auch ein Hilferuf nach liebender Nähe: Das Wichtigste, was mir fehlt, das bist du.
Bereits bei einem neugeborenen Kind zeigen sich die Urbedürfnisse des Menschen: das Verlangen nach Nahrung und Zuwendung, das Bedürfnis, angeschaut und angesprochen, umsorgt und umarmt und geliebt zu werden. Das ganze Leben des Menschen ist wie eine Kette von Liebesgeschichten. Dabei kann es zugehen wie im Theater: heitere Lustspiele, aufwühlende Dramen, erschütternde Tragödien.
Der Mensch – ein kleines wunderliches Wesen: immer auf der Suche und voller Probleme. Das Heimweh nach dem verlorenen Paradies ist ihm tief ins Herz geschrieben. Menschen sind wie grosse Kinder: das Leben lang auf der Suche nach Wärme, Glück, Liebe; auf der Suche nach einem Zuhause; auf der Suche nach einem Wesen, das sie gern hat, bei dem sie sich sicher und geborgen wissen.
Gibt es einen roten Faden, der alle Lebenswege durchzieht?
Die Antwort darauf liegt in der Ur-Erfahrung: Ich bin geliebt, darum bin ich da, und ich möchte geliebt werden, um lieben zu können.


Aus dem Buch „Hoffnung leuchtet wie ein Stern“ (2012); ISBN 978-3-451-31058-4
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Breisgau

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Johannes 15,12
Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; das ist mein Gebot.


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Kontakt: Sozialdiakon Markus Zogg, markus.zogg@ref-brunnen-schwyz.ch
Bereitgestellt: 25.12.2025