«Wir haben viel gelernt und machen da weiter.»

Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Brunnen-Schwyz<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-brunnen-schwyz.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>273</div><div class='bid' style='display:none;'>5125</div><div class='usr' style='display:none;'>59</div>

Erhard Jordi, Präsident unserer Kirchgemeinde, zieht in einem Interview der Zeitung «Bote der Urschweiz» Bilanz über die letzten Monate.

Die Fragen stellte Jürg Auf der Maur, Chefredaktor.
Markus Rosenfelder,
Die Corona-Krise ist vorläufig überwunden. Was heisst das für die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde
Brunnen/Schwyz?


Dass wir mit Freude vorausschauen auf die Zeit nach den Sommerferien, wenn wir unsere
Gottesdienste und Veranstaltungen wieder aufnehmen. Die Krise hat die Kirche verändert. Wir
arbeiten seit einiger Zeit an Zukunftsprojekten. Jetzt ist die Zukunft über Nacht dagestanden. Was hat sich geändert? Was ist gut? Woran müssen wir arbeiten? Wir haben ab dem 22. März
Gottesdienste als Video produziert und im Internet ausgestrahlt. Der Erfolg ist beeindruckend, und viele Leute beteiligen sich danach an einem Chat-Austausch. Wir haben viel gelernt und machen
da weiter.

Wie haben Sie als Präsident diese Zeit persönlich erlebt?

Mit Lust und Frust, auch bei der Behördenarbeit. Ich hatte grossen Respekt vor der Situation, schnell aber auch Freude, wie es läuft. Als Präsident ging es darum, die Mitarbeitenden zu unterstützen. Zu klären, wie wir unsere Gemeindemitglieder weiterhin erreichen können und da zu sein, wenn es Herausforderungen gab. Ich bin stolz, dass unser Team die grossen Aufgaben mit Bravour und Einsatz gemeistert hat.

Noch wollen Sie keine Gottesdienste in ihren Kirchen anbieten. Weshalb?

Unsere beiden Kirchen sind ja eher kleine, angenehm heimelige Räume. Wenn wir die
Abstandsregeln einhalten wollen, so hats sehr wenig Platz. Wir möchten alle willkommen heissen
können. Sicherheit geht vor. Wir sollten nicht miteinander singen, aber dadurch verlieren unsere
Gottesdienste viel von ihrer Feierlichkeit. Auch die wichtigen sozialen Kontakte rund um den
Gottesdienst sind noch schwierig zu handhaben. Wir feiern nun am 28. Juni um 17 Uhr einen
Open-Air Gottesdienst vor unserer Kirche in Schwyz. Da haben wir genügend Raum und dürfen im Freien auch singen.

Politik und Verbände fordern, dass die Massnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise definitiv aufgehoben werden. Auch die Distanzregel. Fordern Sie das auch?

Die Frage ist, ob das Virus sich an diese Forderungen hält. Wenn man die Aufhebung aller Massnahmen fordert, muss man sich auch der Konsequenzen bewusst sein. Wie viel Risiko sind wir bereit zu tragen? Müssen wir neue Regeln fürs Zusammenleben haben, mit freiwilligem Abstand, Schutzmasken, Quarantäne bei einem grippalen Infekt? Da kommt ein Prozess auf die Gesellschaft zu. Ich würde es gerne sehen, wenn die Kirche ihre grosse Kompetenz im Ringen um Werte mit einbringt.

Ohne Distanzregel könnten wieder Gottesdienste in Schwyz angeboten werden.

Natürlich, rechtlich ist das so, und wir wollen das auch. Wir werden verschiedene Sicherheitsmassnahmen in Betracht ziehen. Wir sind im Moment daran, unsere beiden Kirchen technisch so auszurüsten, dass wir die Gottesdienste live ins Internet übertragen können. So können auch Leute dabei sein, welche die Kirche aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht besuchen können. Natürlich erarbeiten wir eine Lösung, welche die Besucher der Feier nicht beeinträchtigt und sie auch nicht im Video erscheinen lässt.

» Alle Video-Gottesdienste

2020-06-20 Bote der Urschweiz - Interview mit Erhard Jordi



Bereitgestellt: 20.06.2020     Besuche: 47 Monat
 
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