Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - elfter Teil - II

Buchcover Die Champions League des Lebens (Foto: Markus Zogg)

Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Die verhängnisvollsten Lügen: Glückshindernisse fürs Älterwerden (Teil 1)

Lüge 1: Jugend ist schön, Alter bloss eine schwer zu tragende Last.
Man glaubt nicht mehr so sehr nur an heilende Bäder. Dafür sind heute eher schönheitsrelevante Salben, verjüngende Tröpfchen, hautstraffende Operationen und befindlichkeitsverändernde Pülverchen im Trend. Demgegenüber steht die Aussage der Altersforscherin Sabina Misoch: „Das Alter ist spannender als die Jugend.“ Also: das Alter kann mindestens so schön sein wie die Jugend, und vielleicht wesentlich weniger Last als gedacht.

Lüge 2: Die Jüngeren sind den Älteren in allem überlegen.
Auf den ersten Blick mag es stimmen: Jüngere rennen schneller, denken schneller und lernen schneller! Aber wer sagt denn, dass Ältere nicht eine ganze Reihe von Dingen einfach besser können als Jüngere? Z.B. mehr Zeit, Ruhe, Friede, Gelassenheit und Erfahrung haben, bessere sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Weitblick haben, Ja-Sagen zu widrigen Umständen, mehr emotionale Intelligenz und die Suche nach langfristigen Lösungen bei Problemen.

Lüge 3: Als alter Mensch kann ich nichts mehr zum Gelingen unserer Gesellschaft beitragen.
Ältere Menschen beklagen tatsächlich da und dort, dass das, was sie tun, keinen Wert (mehr) habe. Es wäre nicht falsch, zugrunde gelegte Wertmassstäbe kritisch zu betrachten. Überlegen wir uns, wann wir das letzte Mal ein herzhaft lachendes Kind und die Reaktion des Umfeldes beobachtet haben. Was ist dabei aufgefallen? Nicht hart erarbeitetes Können oder unter Druck eintrainierte Fertigkeiten, sondern das ergreifende Herz und die beherzte Schlichtheit. Also: auch als alter Mensch können wir eine ähnliche Wirkung haben. Mit unserem Lachen, mit unserer Unbekümmertheit, mit unserer Dankbarkeit, mit unserem guten Denken, mit unserem wohlwollenden Reden über die Welt, über Gott und über andere Menschen.

Lüge 4: Wir müssen nur die Umstände verbessern, dann geht es uns im Älterwerden besser.
Mehr Geld. Mehr Raum. Bessere Pflege. Weniger Schmerz. Mehr Zeit. Weniger Zumutung. Mehr Wertschätzung. Und noch vieles mehr wird im Hinblick auf das Älterwerden gefordert. Doch Psychologen des 20. Jahrhunderts, allen voran Alfred Adler oder Viktor Frankl, machten unmissverständlich klar: Nicht die Gegebenheiten in unserer Welt, auch nicht unsere Behinderungen und Einschränkungen und Begrenzungen entscheiden über unser zukünftiges Leben, sondern es sind unsere Einstellungen, unsere Deutungen und die Art, wie wir mit den Gegebenheiten umgehen.

Lüge 5: Ich kann als 50- oder 60-Jähriger genau beurteilen, wie es einem 95-Jährigen geht
Angehörige von Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, meinen häufig besser zu wissen, wie unzumutbar die Umstände dort sind. Doch entscheidend ist eigentlich die Zufriedenheit der Bewohnerin oder des Bewohners. Aus den Schuhen eines betroffenen Menschen sieht die Welt anders aus als bei Menschen, die lediglich auf die Schnelle hinschauen.

Lüge 6: Glücklich in Abhängigkeiten: Das geht gar nicht!
Selbstbestimmtes Leben ist modern. Man will eigenständig, unabhängig sein, und sich von niemandem reinreden lassen. Doch wenn der Zeitpunkt kommt, wo wir wegen der Lebensumstände Hilfe annehmen müssen, nicht mehr selber entscheiden können und auf die Hilfe von anderen angewiesen sind, merkt man, dass es womöglich sinnvoll gewesen wäre, dies schon früher im Leben gelernt zu haben. Womöglich müssen in unserer westlichen Kultur dieses Glück gesunder Abhängigkeit nochmals, für alle Lebensphasen neu entdecken.

Reflexionsfrage
In welchen der Lügen finde ich mich wieder? Ist es womöglich dran, dass bei mir da und dort ein Umdenken stattfinden sollte?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 15.01.2026