Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - fünfter Teil - IX

Buch Hirte Meister Freund (Foto: Markus Zogg)

In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Peter Zimmerling:

„HIRTE, MEISTER, FREUND“ - Überrascht von der Seelsorge Jesu.

Brunnen Verlag GmbH, Giessen
Peter Zimmerling (1958) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er arbeitet als Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Seelsorge an der Universität Leipzig. Er ist Domherr zu Meissen und Autor zahlreicher Bücher.

Seelsorgegeschichten aus den Evangelien

Die Evangelien enthalten eine Fülle von Seelsorgegeschichten, die als Glaubenshilfe, als Zuspruch von Vergebung und als Lebenshilfe auch für uns von Bedeutung sind.

Seelsorge als Glaubenshilfe

Die Emmaus-Jünger: neuer Glaube (Lukas-Evangelium Kp. 24) – Gerade in dem Augenblick, wo all ihre Hoffnungen zerstört sind, begegnen sie dem Auferstandenen. Es war auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Er ist wieder da. Und spricht mit ihnen. Die Jünger können ihnen jedoch nicht erkennen. Schmerz und Trauer über den vermeintlichen Verlust des Freundes drücken sie derart nieder, dass sie keinen Blick für etwas anderes haben. Immer wieder müssen sie alles erzählen.

Viele von uns kennen das aus eigener Erfahrung: Nur wenn wir über den geliebten Verstorbenen sprechen, bleibt er bei uns. Die Erinnerung an ihn hilft, sich über seine Abwesenheit hinwegzutrösten.

Die Jünger sind erstaunt, dass der Unbekannte der Einzige sein soll, der in Jerusalem nichts von den dramatischen letzten Lebenstagen Jesu mitbekommen hat. Nachdem sie ihr Herz erleichtert haben, sind sie bereit, auch ihm zuzuhören. Die Worte Jesu haben für die beiden Emmaus-Jünger etwas ungemein Tröstliches. Sie scheinen durch die Bibelauslegung noch nicht überzeugt, aber doch mindestens ins Nachdenken gekommen zu sein. Erst beim gemeinsamen Abendbrot erkennen die Jünger ihn. Und die Hoffnungslosigkeit ist wie weggeblasen. Die Begegnung mit Jesus rüttelt sie auf.

Der Reformator Martin Luther bezeichnet das Abendmahl als verbum visibile, als sichtbares Wort. Für ihn ist Jesus beim Abendmahl leibhaftig, real gegenwärtig dabei. Nur sei es gewährleistet, dass uns der Auferstandene unabhängig davon, was wir gerade fühlen und glauben, in Brot und Wein begegnen, uns seiner Nähe und seiner Freundlichkeit versichern könne.

Fragen zum Nachdenken:
- Wie ergeht es uns, wenn ein geliebter Mensch stirbt? Welche Gefühle haben wir?
- Was tun wir gegen den Schmerz? Können wir den Schmerz zulassen?
- Welche Bedeutung hat für uns das Abendmahl? Welche Erfahrung machen wir damit?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.


Bereitgestellt: 07.03.2024