Impulse für den Glauben - XVIII

Bild Die Rückkehr des Verlorenen Sohnes (Foto: Markus Zogg)

Die Geschichte des Verlorenen Sohnes ist zu finden im Lukas-Evangelium Kp. 15, 11-32
Wir brauchen Vertrauen zu Gott. Vertrauen ist die tiefe innere Überzeugung: Der Vater möchte, dass ich zu Hause bin. Solange ich zweifle, ob ich es wert bin, gefunden zu werden, und mich selbst herabsetze, weil ich weniger geliebt wäre als andere, kann ich nicht gefunden werden. Als Menschen können wir nie den Ansprüchen genügen, die für eine Annahme bei Gott notwendig wären. An diese Stelle tritt das Osterereignis. Drei entscheidende Ereignisse sind an Karfreitag geschehen: 1) Es wurde am helllichten Tag stockdunkel. 2) Die letzten Worte Jesu, die wir im Johannesevangelium Kapitel 19 Vers 30 lesen, waren: „Es ist vollbracht!“ 3) Der Vorhang im Tempel, der das Allerheilige vom Rest abtrennte, wurde von oben bis unten zerrissen.
Dunkelheit verhindert, dass man klarsieht. Wie häufig stehen wir im Leben an und sehen nicht, was eigentlich wichtig wäre. Alles Irdische vergeht. Aber die Beziehung zu Gott ist über das irdische Leben hinaus beständig. Menschen können uns verlassen, die Gesundheit kann uns im Stich lassen, das Schicksal kann über uns hereinbrechen… Aber Gottes Nähe, Fürsorge, Trost und Zuversicht möchte uns durch alle Dunkelheit hindurch tragen. Die Menschen, die an Karfreitag dabei waren, Soldaten, Wachen, Schaulustige, Jesu Jünger, waren sich einig: Dieser ist der Sohn Gottes! Gottes Gegenwart muss für alle spürbar gewesen sein. Die Leute waren überwältigt. „Es ist vollbracht!“ Auch für dich und mich. Die Trennung zwischen Gott und uns Menschen ist wiederhergestellt. Der Vorhang ist zerrissen. Der Zugang ins Heiligtum ist für alle Menschen offen geworden. Im Heiligtum betete der Priester für das Volk. Nun brauchen wir keinen Mittler mehr, sondern können direkt mit Gott sprechen, wo immer wir sind und wann immer wir wollen.
Und dann kam der Ostermontag. Das Unfassbare geschah. Jesus wurde von den Toten auferweckt und weilte eine Zeit lang unter dem Volk, bevor er zum Vater im Himmel emporgehoben wurde. Die ersten Zeugen am Ostermontag-Wunder waren Frauen. Entgegen der damaligen Kultur wertete Jesus die Stellung der Frau auf. Bei verschiedenen Begebenheiten erkennen wir, dass für Jesus die Frauen gleichviel Wert haben wie die Männer. Er nahm sich ihrer Probleme und Nöten an und setzte Akzente der Nächstenliebe. Es waren die Frauen, die die Ostermontag-Botschaft als erstes verkündeten. Und es sind heute auch vorwiegend Frauen, die sich in unseren reformierten Kirchgemeinden engagieren und Akzente setzen. Wo sind die Männer geblieben? Ich wünsche mir für unsere Kirchgemeinde, dass wir eine geschlechterdurchmischte „Truppe“ sein können. Ihr Männer, nehmt auch ihr an unseren Anlässen teil: Gottesdienste, Kirchgemeindeversammlungen, 60plus Anlässe, Ferienwochen etc. Gestaltet mit und setzt Akzente. Danke, Ihr lieben Frauen, für Euer Engagement! Und Ihr lieben Männer: kommt! und gestaltet unsere Kirchgemeinde mit!

Markus Zogg, Sozialdiakon

Impulse für den Glauben - XVIII
Bereitgestellt: 14.07.2022     Besuche: 35 Monat
 
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