Episoden aus dem Leben #14

Logo Schreibprojekt (Foto: Markus Rosenfelder)

Ein Schreibprojekt unserer Gemeindemitglieder
Autor G.S. - Maharadscha Palast

Wir waren mit einer Gruppe ü60 in Indien unterwegs. Es war unser erstes Mal Indien und Gruppe. Wir hatten lange Zeit Bedenken, dahin zu reisen. Wir hörten von Dreck und Armut und wollten uns damit nicht konfrontieren. Von Anderen wiederum hörten wir aber auch, wie märchenhaft und interessant dieses Land erlebt wurde. In Mumbai bei Nacht angekommen, waren unsere Eindrücke vielfältig und eindrücklich. Sahen wir doch ganze Familien auf dem Gehsteig übernachten. Zum guten Glück hatten wir am ersten Tag eine ganz tolle indische Reiseleiterin, die uns mit der indischen Welt mit allen Vor- und Nachteilen bekannt machte. Sie erklärte uns: „Eure Sichtweise müsst ihr vergessen. Sonst könnt ihr das Schöne nicht aufnehmen.“ Sie nahm mir z.B. das Mitleid vor den in Armut lebenden Familien auf der Strasse mit dem Satz: „Bei uns ist Armut Hunger zu leiden und nicht kein Dach über dem Kopf zu haben. Diese Familien gehen mit dem Vater mit, der eventuell auf einer Baustelle arbeitet. Damit kann er die ganze Familie ernähren. Sehr wahrscheinlich haben sie aber auf dem Land ein Zuhause. In jedem Quartier oder Dorf werden sogenannte Armenküchen aufgestellt, um die wirklich Armen zu verpflegen. Wer hat, spendet.“ Und wir sahen das auf unserer Reise tatsächlich überall. Es war eine sehr abwechslungsreiche Reise. Wir legten grosse Distanzen mit dem Flugzeug zurück. So besuchten wir verschiedenste Regionen des immens grossen Landes, von Süden bis Norden. Am Anfang wurde das Essen für uns separat gekocht. Die Reiseleitung hatte die Reise vorher zurückgelegt und überall reserviert, inklusive Recherche von WCs auf dem Weg. Nach 2 Tagen war mir das Essen zu wenig indisch und ich fragte am Buffet, ob ich es nicht ein wenig indisch gewürzter haben könnte. Das Personal war entzückt und ich bekam es indischer, nicht zu scharf aber eben doch schärfer. Zum Zmorgen wünschte ich mir dann immer Linsensuppe, um meinen Magen auf Kommendes vorzubereiten. Mit der Zeit machten immer mehr aus der Gruppe mit.
Der Höhepunkt war aber der Besuch in einem privat bewohnten Maharadscha Palast. Unsere Reiseleitung war bekannt mit der Tochter des Maharadschas, die in der Schweiz lebt. Dadurch kamen wir in den Genuss eines Empfangs im Palast. Beim Ortsmuseum wurden wir mit Pferde-Kutschen abgeholt. Die Prozession zum Haupttor bestand des weiteren aus geschmückten Elefanten und Musikband in traditionellen sehr bunten Gewändern auf Schimmeln reitend. Ueber dem Eingangstor waren zwei Balkone, von wo aus Rosenblätter auf uns niederrieselten, als wir das Tor passierten. Man fühlte sich wie ein König! In einem Innenhof waren Tische gedeckt und wir liessen uns unter Baldachinen nieder. Irgendwann wollte ich mich mal Frischmachen. Ich fragte den livrierten Kellner hinter mir. Und dieser fragte den Zeremonienmeister. Ich durfte mit ihm in den privaten Bereich des Palastes. Wir spazierten durch mehrere Salons mit Polstergruppen und schönen indischen Möbeln zu einem WC. Er wartete ab, bis ich wieder rauskam und begleitete mich zurück. Nun ging ich noch langsamer und ich schaute, was denn so auf den Sideboards zu sehen war. Unzählige Fotografien mit dem Maharadscha und königlichen Hoheiten. Ich erkannte Charles mit Lady Di und Charles mit Camilla, Präsident Clinton, Silvia und Gustav, Beatrix und Grössen aus der Film- und Musikbranche. Sie alle waren also auch da eingeladen!
Auf einer Terrasse gab es dann noch ein Konzert inklusive traditioneller Tänze. Es war einfach einmalig und märchenhaft. Indien ist aber nicht nur das, sondern auch exotisch, fremd zum Denken anregend.

Episode 14 - G.S. Maharaja Palast

Bereitgestellt: 03.03.2022     Besuche: 40 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch