Episoden aus dem Leben #1

Logo Schreibprojekt (Foto: Markus Rosenfelder)

Ein Schreibprojekt unserer Gemeindemitglieder
Wir suchen Leute aus unserer Kirchgemeinde, die etwas aus ihrem Leben zu erzählen haben.

Die Episoden sollen kurz, witzig, locker, unterhaltsam und ansprechend sein, zum Beispiel aus dem Familien- und Schulalltag, über Lehrpersonen, über Traditionen, Reisen, Schwierigkeiten, über Pfarrpersonen, aus den Ferien, über Ess- und Trinkgewohnheiten, Geheimrezepte… etc.

Die Texte werden anonymisiert mit Initialen publiziert, ausser jemand wünscht mit dem eigenen Namen erwähnt zu werden.

Der Bezug zur Kirche kann in den Episoden zum Ausdruck kommen, muss aber nicht.

Die Texte werden 14-täglich, beginnend am Donnerstag, 2. September 2021, auf unserer Homepage www.ref-brunnen-schwyz.ch publiziert.

Wer nicht selber schreiben kann, darf die Episoden auch von jemand anderem aufschreiben lassen.

Interessierte melden sich bei Sozialdiakon Markus Zogg


Autor I.H. - Lebenserinnerung: über Auto und Verkehr (Teil 1)

Meine Familie hat 1956 das erste Auto, einen VW Käfer, gekauft. Zuerst hat mein Vater den Führerschein gemacht, war er doch schon versiert im Verkehr und fuhr davor eine Vespa. Mami hat das dann später nachgeholt, aber fuhr sehr ungern und wenig Auto.
Das Auto machte Eindruck damals, denn noch nicht sehr viele in unserem Bekanntenkreis hatten in der Stadt den Luxus ein Auto zu besitzen.
Mein Vater war aber nicht der Samstags-Putzer wie Nachbarn, die ihr Auto jede Woche auf Hochglanz polierten. Die Sonntags-Ausfahrten dagegen waren ein Muss. Wir packten allerhand ein: Campingstühle und Tischchen, Decke, Picknickkorb usw. und dann gings los. Ein bis drei Pässe mussten es sein! Wir Kinder sassen still und staunend, wie bei den Mittagsnachrichten von Radio Beromünster und bewunderten durchs Autofenster, was da so alles an uns vorbeizog. Es wurde uns nie langweilig, denn so lernten wir die Schweiz kennen. Der Fahrstil meines Vaters war rassig und wehe dem, der ihm nicht den Vortritt lies. Und öfters hiess es: "So ein Sonntagsfahrer, ist der lamaschig unterwegs!". Ich habe all die "Schlötterlig" vergessen, aber erinnere mich, dass mein Vater ein immenses Quantum davon kannte. Er war sonst ein lieber, ja sogar gemütlicher Mann, aber da kannte er kein Pardon mit den anderen Autofahrern. Am meisten blieb mir aber, dass er nicht anhalten wollte. Ja natürlich, irgendwann fanden auch wir ein schönes Plätzchen zum Picknicken. Nur Anhalten für die Toilette wollte er nie. „Jetzt habe ich nach einer Viertelstunde endlich ein Postauto überholen können, verhebs!!!“ Dabei gab es doch im Vergleich zu heute keine Staus, kein dichter Verkehr, geschweige denn all die Lastwagen, die heutzutage durch die Schweiz fahren. Ich habe echt schwer gelitten und lernte damals nichts, aber auch gar nichts zu trinken am Morgen!
Was für ein Unterschied zu meinem Zukünftigen Jahre später, aber davon in einer nächsten Geschichte.

Episode 1 - I.H. Lebenserinnerung ├╝ber Auto und Verkehr (Teil 1)

Bereitgestellt: 02.09.2021     Besuche: 41 Monat
 
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