Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zwölfter Teil - III

Buchcover Helden des Glaubens (Foto: Markus Zogg)

Die aktuelle Serie unserer «Impulse für den Glauben» läuft seit dem 3. September 2026.

Als Grundlage dient uns das Buch «Helden des Glaubens» von Michael Kotsch. (Christliche Verlagsgesellschaft mbH, ISBN: 976-3-86353-078-5)
Martin von Tours (316-397) – Apostel Frankreichs

Geboren wurde Martin 316 in der Garnisonsstadt Sabria (heute Szombathély/Ungarn) als Sohn nichtchristlicher Eltern. Bereits mit zehn Jahren begann er sich für den christlichen Glauben zu interessieren. Regelmässig besuchte er Gottesdienste und diskutierte mit Christen. Als 18-jähriger liess er sich taufen. Sein Vater, selbst Berufsoffizier, drängte den Sohn zu einer militärischen Laufbahn. Bis zu seinem 40. Lebensjahr (356) diente Martin als Soldat der Garde unter den römischen Kaisern Konstantin und Julian. Während dieser Zeit soll er sich durch sein vorbildliches Leben ausgezeichnet haben.
Mitten im Winter traf Martin am Stadttor von Amiens (Nordfrankreich) einen armen Bettler, der ihn um ein Kleidungsstück bat, um sich vor dem Erfrieren zu schützen. Martin, der nur die Uniform am Leib trug, nahm kurzentschlossen sein Schwert, schnitt seinen Soldatenmantel in zwei Teile und gab einen davon dem Armen. In der folgenden Nacht träumte Martin von Jesus, der ihm mit seinem halben Mantel erschien und an die Worte erinnerte: «Was immer ihr einem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan» (Mt. 25,40). Diese Erfahrung brachte Martin dazu, seinem Dienstherrn gegenüber zu beteuern: «Ich bin jetzt Soldat Christi und darf nicht kämpfen.» Aufgrund dieser Weigerung wurde Martin ins Gefängnis geworfen und von Kaiser Julian verhört. Ein Zeichen Gottes brachte den Kaiser dazu, den frommen Offizier laufen zu lassen.

Der Bischof
Trotz des heftigen Widerstands einiger gallischer Würdenträger wurde Martin 370 zum Bischof von Tours geweiht. Ausgesucht hatte er sich diese Karriere nicht. Er war ein äusserst demütiger Mann. Die Kirchenvertreter kritisierten Martin, das Volk jedoch wollte ihn unbedingt zum neuen Bischof haben. Schliesslich versteckte sich Martin in einem nahegelegenen Gänsestall, weil er die Verantwortung scheute. Doch die Tiere machten durch ihr lautes Geschnatter auf den Eindringling aufmerksam. Martin wurde entdeckt und erklärte sich einverstanden, das Amt zu übernehmen.

Der Wundertäter
Einer seiner Mönchsbrüder soll schwer erkrankt und im Verlauf von drei Tagen verstorben sein. Martin verwies die trauernden Mönche aus dem Raum, legte sich in Erinnerung an Elia (vgl. 2. Könige 4,31-35) auf den Leichnam und betete eindringlich für den Toten. Nach zwei Stunden begann der Mann zu blinzeln, dann erhob er sich von seinem Bett und lobte Gott.
Während einer Missionsreise durch Zentralfrankreich zerstörte Martin den heidnischen Tempel eines Dorfes. Als er auch noch die nahe dabeistehende Kiefer fällen wollte, die den Göttern geweiht war, forderten seine Gegner, der Mönch solle sich in die Fallrichtung des schief gewachsenen Baumes stellen. Sollte er überleben, würden sie die Macht des christlichen Glaubens akzeptieren. Das Wunder passierte. Im Fall wurde der Baum plötzlich aufgehalten und schwang in die entgegnete Richtung. Fast alle, die dabeistanden, bekehrten sich.

Der Fürsprecher
Ein andermal setzte sich Martin für die leidende Bevölkerung ein. Der wegen seiner Grausamkeit bekannte Richter wollte Gallien inspizieren. In der stürmisch-kalten Nacht legte sich Martin vor die Tür des Palastes: «Wie kannst du schlafen, wenn ein Diener Gottes vor deiner Schwelle liegt?» Eingeschüchtert liess er schliesslich den Bischof holen und entschied sich auf dessen Zureden, gnädig die Gefangenen freizulassen.

Martin starb 81-jährig, am 8. November 397. Sein Vertrauen in das übernatürliche Eingreifen Gottes fordert uns bis heute heraus.

Thesen zum Weiterdenken:
- Wer Menschen, die sich in schweren sozialen Notlagen befinden, wirklich helfen will, muss auch bereit sein, auf eigene Lebensqualität und Karrierepläne zu verzichten. -> Wann habe ich das letzte Mal jemandem wirklich geholfen?
- In scheinbar aussichtslosen Situationen kann Gott auch heute noch übernatürlich eingreifen, wenn er will. -> Habe ich Gottes gewaltiges Eingreifen schon einmal (mit)erlebt?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 17.09.2026     Besuche: 3 heute