Maike Luttenberger

Impulse für den Glauben - zwölfter Teil - VIII

Buchcover Helden des Glaubens (Foto: Markus Zogg)

Die aktuelle Serie unserer «Impulse für den Glauben» läuft seit dem 3. September 2026.

Als Grundlage dient uns das Buch «Helden des Glaubens» von Michael Kotsch. (Christliche Verlagsgesellschaft mbH, ISBN: 976-3-86353-078-5)
Franz von Assisi (1181-1226) – Christliche Nächstenliebe und Armut

1181 wurde Franz unter dem Namen Giovanni Battista als Sohn wohlhabender Eltern in Assisi geboren. Im Gegensatz zu den meisten Jugendlichen seiner Zeit erhielt Franz eine gute Ausbildung und arbeitete im väterlichen Textilgeschäft mit. Er begriff früh, dass Konsum, Luxus und Anerkennung allein das Leben nicht erfüllen können. Während einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem benachbarten Perugia wurde Franz gefangengenommen und nach etwas mehr als einem Jahr gegen Lösegeld freigelassen.

Berufung und Bescheidenheit
Franz zog sich immer häufiger zum Beten in die Einsamkeit einer Felsenhöhle zurück. Er begann, Kranke und Arme zu besuchen und zu beschenken. 1206 reiste er in den geliehenen Kleidern eines Bettlers auf eine Wallfahrt nach Rom. Er wollte erfahren, wie man sich ohne irdischen Besitz und als Obdachloser fühlt. Sein Vater hatte andere Pläne für seinen Sohn. Um ihn «zur Vernunft zu bringen», wurde er gewalttätig, was dazu führte, dass Franz aus seinem Elternhaus floh. Um die vollkommene Trennung zu seinem alten Leben deutlich zu machen, kleidete er sich mit einer einfachen Kutte, die er vom Bischof erhalten hatte.

Predigt und tätige Nächstenliebe
Franz von Assisi kümmerte sich nun noch intensiver um Arme und Aussätzige. Das war für ihn ein Ausdruck glaubwürdiger Nächstenliebe. Er schlief zumeist im Freien, in Höhlen oder Ruinen und ass, was man ihm schenkte. Er begann unter freiem Himmel zu predigen und sprach vor allem über Busse und Frieden. Franz von Assisi verstand es, den Menschen anschaulich und mitreissend von Gottes Liebe zu erzählen. Die Bibel spielte in seinem Leben eine besondere Rolle. Teile davon lernte er auswendig.

Ein Orden entsteht
Der moralische Zustand der katholischen Kirche war damals bedenklich schlecht. Franz von Assisi und seine Freunde gingen im Jahr 1210 nach Rom, um eine kirchliche Anerkennung ihrer Gruppe zu erlangen. Papst Innozenz III gab ihnen grünes Licht und sie durften überall Busse und Umkehr predigen. Es wurde entschieden, dass die Franziskaner im Gegensatz zu anderen Orden keine Geschenke annehmen sollten. Die Gemeinschaft, die sich nun fratres minores (lat.: die minderen Brüder) nannte, wuchs rasch.

Leistungsstrukturen und Weltmission
Obwohl Franz vehement gegen feste Strukturen und Ämter argumentierte, liess er sich eines Besseren überzeugen. Franz wollte sich nicht mit der Leitung des Ordens beschweren, lieber zog er sich stattdessen betend in die Einöde zurück und predigte da, wo er Menschen begegnete. Als offiziellen Repräsentanten setzte er einen langjährigen Mitarbeiter ein. Immer stärker rückte für Franz die Aufforderung Jesu zur Weltmission in den Vordergrund. Auch andere Menschen in nichtchristlichen Ländern müssten von der Liebe Gottes erfahren.

Beeindruckende Persönlichkeit
Das Leben von Franz von Assisi war geprägt von Krankheit und Entbehrung. Im Jahr 1224, von Schmerzen geplagt, dichtete er in der Einsamkeit den Sonnengesang, seinen wohl bekanntesten Text. Er hielt am Vertrauen zu Gott fest. Es ist erstaunlich, dass gerade ein Mensch, der nicht bekannt und verehrt werden wollte, dann doch zu einem der berühmtesten Männer der letzten 1000 Jahre wurde.
Über Jahrhunderte hinweg engagierten sich Franziskaner insbesondere für die Armen und Leidenden. Bis heute sind die Franziskaner mit rund 14'000 Mitglieder nach den Benediktinern und den Jesuiten der drittgrösste und einer der einflussreichsten Mönchs-Orden der katholischen Kirche.

Thesen zum Weiterdenken:
- Einer Berufung Gottes zu folgen, führt immer zu einem erfüllten, aber nicht unbedingt zu einem leichten Leben.
- Reichtum kann von einer konsequenten christlichen Nachfolge ablenken.
- Echte Christen setzen sich ein für die absolute Wahrheit der Bibel, immer aber mit Liebe und Freundlichkeit.


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 22.10.2026