Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zwölfter Teil - VI

Buchcover Helden des Glaubens (Foto: Markus Zogg)

Die aktuelle Serie unserer «Impulse für den Glauben» läuft seit dem 3. September 2026.

Als Grundlage dient uns das Buch «Helden des Glaubens» von Michael Kotsch. (Christliche Verlagsgesellschaft mbH, ISBN: 976-3-86353-078-5)
Benedikt von Nursia (480-547) – Christliches Mönchtum

Benedikt wurde um 480 bei Nursia (heute Norcia bei Perugia) als Sohn eines reichen Landbesitzers geboren. Im Jahr 500 kam er zum Studium nach Rom. Die Stadt war nur noch ein Schatten ihrer einstigen Grösse und Pracht. Politische Beeinflussung führten 498 zur Einsetzung zweier Päpste. Schon während seiner Studienzeit war Benedikt auf der Suche nach Gott. Nach seiner Bekehrung erschienen ihm die billigen Vergnügungen wie Tanz, Alkohol und Sex gänzlich unpassend.

Erste Experimente als Mönch
In den folgenden Jahren suchte Benedikt Gottes Nähe in verschiedenen mönchischen Lebensformen, bis er von einer Gruppe junger Gottessucher ins nahe gelegene Kloster bei Vicovaro gerufen wurde. Sein Ziel war es, im Kloster die Gemeinschaft der Kirche im Kleinen zu verwirklichen. Das mönchische Leben sollte stärker auf Gott und auf den Nächsten ausgerichtet werden. Seine Reformbemühungen stiessen nicht nur auf Beifall. Einige verärgerte Mönche wollten den unliebsamen Abt mit vergiftetem Wein umbringen. Daraufhin verliess Benedikt Vicovaro.

Modellkloster auf dem Monte Cassino
529 zog Benedikt mit einigen Freuden in die 80 Kilometer entfernten Berge. Auf dem Monte Cassino gründete er das Mutterkloster aller Benediktiner und entwarf eine weltoffene Form des Mönchtums. Benedikt liess Nahrung an die Armen verteilen, pflegte die Kranken und betete für die Sterbenden.

Hilfreiche Regeln für christliche Gemeinschaften
Unter Berücksichtigung der Aussagen der Evangelien formulierte Benedikt gegen 540 seine Kloster-Regeln. Seine Ordnungen sollten jedem Gläubigen helfen, das Leben zu ordnen und besser auf Gott auszurichten. Ihr Leben lang sollen Christen darauf aus sein, weiterzukommen und Neues zu lernen.
Als Abt war Benedikt ein geistlicher Vater. Er kümmerte sich um seine Mitbrüder. Er forderte die Mönche zur Besonnenheit auf. Nur wer sich ganz von der Liebe Jesu Christi erfüllen lässt, ist zu einem selbstlosen Leben befähigt. Das höchste Ziel des ganzen Lebens ist die Liebe zu Jesus Christus.

Bete und arbeite
Für Benedikt war wichtig, dass es einen sinnvollen Ausgleich zwischen körperlicher und geistiger Arbeit gibt. Er forderte eine umfassende Bildung der Brüder. Wahrscheinlich deshalb waren die Klöster über 1000 Jahre hinweg die Bewahrer und Träger von Bildung und Wissenschaft.
Benedikt starb in seinem Kloster auf dem Monte Cassino am Gründonnerstag des Jahres 547. 30 Jahre später wurde Monte Cassino von den Langobarden zerstört. Die geflohenen Mönche fanden in einem Kloster bei Rom Zuflucht.

Thesen zum Weiterdenken:
- Das Lebensmotto «bete und arbeite!» steht für eine gesunde Ausgewogenheit zwischen theologischem Wissen und praktischem Handeln, zwischen der Beschäftigung mit Gott und der Zuwendung zum Menschen.


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 08.10.2026