Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zwölfter Teil - IV

Buchcover Helden des Glaubens (Foto: Markus Zogg)

Die aktuelle Serie unserer «Impulse für den Glauben» läuft seit dem 3. September 2026.

Als Grundlage dient uns das Buch «Helden des Glaubens» von Michael Kotsch. (Christliche Verlagsgesellschaft mbH, ISBN: 976-3-86353-078-5)
Hieronymus (347-420) – Bibelübersetzer und Israelspezialist

Geboren wurde Hieronymus irgendwann zwischen 331 und 347 in einem längst verschwundenen Städtchen im heutigen Kroatien. Seine Eltern waren wohlhabend und schickten den Sohn als Teenager ins Zentrum der damaligen Welt, nach Rom, wo er sich dem lateinischen und griechischen Sprachstudium widmete. Er wollte eine Karriere als höheren Beamten anstreben. Doch in einem Traum wurde sein Bekenntnis zum christlichen Glauben zurückgewiesen. Darauf hin zog es ihn 374 in die Wüste nahe von Antiochien, wo er als Eremit (Einsiedler) sich dem Studium der Bibel widmete.

Arbeit an der Bibel
379 begab sich Hieronymus nach Konstantinopel, um das Zentrum der östlichen Theologie kennenzulernen. Hier begann er mit der Übersetzung wichtiger griechischer Schriften ins Lateinische (z.B. der Weltchronik des Eusebius von Caesarea), womit er sie den westeuropäischen Christen zugänglich machte. Ab 382 arbeitete er in Rom im Auftrag des Papstes an einer Standardisierung der Übersetzungen des Neuen Testamentes, weil sich damals zahlreiche, teilweise auch verfälschende «Übersetzungen» miteinander konkurrierten. Nach dem Tod des Papstes nahm die neidische Kritik an seiner Revision der lateinischen Bibel dermassen zu, dass sich Hieronymus gezwungen sah, Rom in Richtung Palästina zu verlassen. Er liess sich in Bethlehem nieder, wo er in einem Kloster wohnte.

Eine neue Bibelübersetzung
Trotz der zu erwartenden Kritik arbeitete Hieronymus bis 405 an einer Übersetzung des ganzen Alten Testaments aus dem Hebräischen. Dabei wollte er möglichst wortgenau arbeiten. Mit seinem erstaunlichen Sprachgefühl erschuf Hieronymus eine epochenmachende lateinische Bibelübersetzung. Für Hieronymus war die Bibel buchstäblich Gottes irrtumsloses Wort, auch in ihren historischen Aussagen. Eusebius Sophronius Hieronymus ist bis in die Gegenwart als einer der wichtigsten Bibelübersetzer aller Zeiten in Erinnerung geblieben.

Letzte Kämpfe
Nach der Eroberung Roms durch die barbarischen Goten im Jahr 410 flüchteten zahlreiche Christen bis nach Palästina. Viele Hilfesuchende wurden vorläufig in Hieronymus Kloster aufgenommen und verköstigt.
Neben dieser Herausforderung hatte Hieronymus eine Auseinandersetzung mit Pelagius, einem Laienmönch. Dieser lehrte, der Mensch sei aus eigener Kraft fähig, sündlos und gerecht zu leben. Dem entgegnete Hieronymus, jeder Mensch sei von der Sünde beeinflusst und abhängig von der Offenbarung Gottes und der Kraft des Heiligen Geistes im Kamp gegen die Sünde. Das Kloster von Hieronymus wurde angegriffen und in Brand gesetzt. Hieronymus fühlte sich zunehmend einsam. Er beklagte sich über sein nachlassendes Sehvermögen. Er wurde von allerlei Krankheiten gequält. Im September 419 starb er in Bethlehem.

Thesen zum Weiterdenken:
- Auch wer das Richtige tut, wird gelegentlich von Konkurrenten und Neidern angegriffen. Eine Berufung durch Gott bewahrt nicht immer vor Konflikten und Krisen. -> Welche Erfahrungen habe ich gemacht?


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oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 24.09.2026