Impulse für den Glauben - elfter Teil - XVIII
Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Finale
Neben dem Mühevoll-Leidvollen, das Sterben und Tod immer mit sich bringen, gibt es etwas ganz anderes, weniger im Zusammenhang mit dem äusseren als viel mehr mit einem inneren Geschehen. Sterben und Tod erinnern an ein Finalspiel, trotz und gerade im Rätselhaften, Unvorhersagbaren und Erschütternden.
Eine Frau habe am Morgen des Tages, an dem sie starb, mit Blick in den wolkenverhangenen Himmel gefragt: « Wann wohl lösen sich die Wolken auf und sehe ich frei in den Himmel»? Die Vermutung lag in der Luft, dass sie nicht vom endlich endenden äusseren Regenwetter sprach, sondern von dem, was sie voller Sehnsucht erwartete: den ungetrübten Himmel.
Klar ist, es gibt sehr unterschiedliche Arten zu sterben. Niemand hat die Art des Sterbens im Griff, genauso wenig wie niemand die Art des Lebens letztlich im Griff hat. Sterben ist Teil des Lebens. Die Spannung und das Zwiespältige sind Teil dieses Geschehens. Das Finale hat etwas Ernüchterndes, gleichzeitig aber auch etwas zutiefst Bewegendes. Es geht um ein ohnmächtiges Einwilligen ins Letzte.
Die Bibel weiss um die schier unerträgliche Spannung rund um Sterben und Tod. Der Tod ist tatsächlich einerseits der grösste Feind des Lebens, der Lebensräuber und Lebenszerstörer schlechthin. Er ist durch die «Sünde in die Welt gekommen». Er ist «zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben» (Römerbrief 5,12). Es gibt nichts Übleres als dieser Tod. Er ist Urfeind des Lebens. Nichts in der Weltgeschichte kann jemals bedeutungsvoller und mitreissender sein, als wenn dieser Tod besiegt wird. Im ersten Korintherbrief hält Paulus fest, dass der «letzte Feind», der Tod, vernichtet ist (1. Korinther 15,26). Echte Perspektive der Hoffnung. Ist dies geschehen, dann lässt sich bezüglich «letzter Dinge» klar und deutlich sagen: Nicht der Tod ist das «Letzte» und hat so das letzte Wort. Es ist das Leben, das das letzte Wort hat. Noch deutlicher: Am Ende des Lebens verschlingt nicht der Tod das Leben, sondern das Leben den Tod. Denn: Im Moment, in dem wir sterben, schlägt der Tod ein letztes Mal zu. Danach hat er nichts mehr zu melden. Er ist und bleibt machtlos, vom Moment seines letzten ihm erlaubten Zuschlagens bis in alle Ewigkeit.
Beim Thema Sterben sind zwei Dinge verhängnisvoll:
1) Der vorzeitige «Spielabbruch»
Nicht die Selbstbestimmung des Menschen ist unantastbar, wie weitläufig behauptet wird, sondern das Leben selbst. Jede aktive Beendigung eines menschlichen Lebens ist immer auch ein Angriff auf die Würde der Menschen. Der Bedarf an therapeutischer Hilfe bei Hinterbliebenen von Sterbehilfe ist offenkundig und mehrmals belegt.
2) Die endlose Verlängerung der «Spielzeit»
Der Mensch greift nach Unsterblichkeit. So zumindest sagen es Zukunftsforscher. Einer davon ist Yuval Noah Harari. Er wagt die Anmerkung und Frage: «Es ist nicht leicht, zu wissen, dass man sterben muss. Aber ist es einfach zu wissen, dass man ewig leben wird?»
Reflexionsfrage
Wie stehe ich zum Thema Sterbehilfe? Welche Vorstellung habe ich von einem Leben nach dem irdischen Tod?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.