Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - elfter Teil - XI

Buchcover Die Champions League des Lebens (Foto: Markus Zogg)

Seit dem 8. Januar 2026 gibt es den neuen Impuls zum Glauben:
«Die Champions League des Lebens – Warum Älterwerden das Beste ist, was uns passieren kann».
Mit dem Buch von Markus Müller (SZM Hänssler-Verlag, ISBN: 978-3-7751-5906-7)
Erfolgsfaktoren fürs Älterwerden (II)

Aus zahlreichen Gesprächen, die der Buchautor mit 85- oder 95-Jährigen, die mit viel positiver Ausstrahlung unterwegs sind, geführt hatte, stechen sieben Faktoren besonders stark hervor:

4) Versöhnt sein
Wir Menschen sind Geschichtswesen. Vergangenes sitzt buchstäblich mit am Lebenstisch, oder in einem anderen Bild, mit im Boot.

Die gute Nachricht: Vergangenheit ist nicht Schicksal. Jeder Mensch hat die Freiheit, ureigenes zu entscheiden, wie er mit Vergangenem umgehen will.

Es sind in der Regel vor allem drei Dimensionen, die bei uns „mit am Tisch“ oder „mit im Boot“ sitzen:

a) Schönes und Gelungenes
Diese Erfahrungen sind für uns eine Kraftquelle. Wir erinnern uns gerne an sie. Wir sollten sie immer wieder bewusst ins Bewusstsein rufen.

b) Unschönes und Misslungenes
Diese Erfahrungen wirken in unserem Leben als Bremse oder Blockade. In besonderer Weise hinterlässt alles Unversöhnte im Leben eines Menschen verhängnisvolle Spuren im individuellen und gemeinschaftlichen Leben.

c) Prägungen
Aus diesen heraus meistern wir Situationen konstruktiv oder destruktiv. Wir dürfen Prägungen neu deuten und angeeignete Lebensmuster auch wieder verlernen.

Versöhnung ist ein umfangreiches Thema. Vier Schritte scheinen dabei wichtig zu sein:

Offenheit: Unversöhntes mit anderen Menschen, mit Gott und mich sich selber darf zum Thema werden. Verdrängung und Verleugnung ist eine schlechte Strategie.

Vergebung: Wo bewusst Unversöhntes im Raum steht, sind wir in dreierlei Hinsicht gefordert. Jenen Menschen zu vergeben, die uns Schmerzen zugefügt haben. Gott zu vergeben, wo wir ihn zum Schuldigen gemacht haben. Uns selber zu vergeben, wo wir falsche Entscheidungen getroffen haben, Fehler gemacht haben oder Irrwege gegangen sind.

Aussprechen der Vergebung: Wir dürfen darauf vertrauen, dass das ausgesprochene Wort der Vergebung mehr Macht hat als all das Schuldhafte im Leben eines Menschen.

Negative Gedanken: Welcher Gedanke darf in unserem Leben ein „geladener Gast“ sein? Alle negativen Gedanken in den angesprochenen Bereichen in unserem Leben sollen keinen Raum mehr haben.

Gelingt ein derartiger Vergebungsprozess, können auch im hohen Alter noch folgende Erfahrungen gemacht werden:
- Man verspürt keinen Druck mehr, über die betreffende Person negativ reden zu müssen.
- Es stört nicht mehr, der Person zu begegnen.
- Es besteht kein Zwang mehr, dieser Person Böses zu wünschen.

Reflexionsfrage
Gibt es in meinem Leben Unversöhntes? Was hindert mich daran, Beziehungen wieder in Ordnung zu bringen? Was nagt an meinem Selbstwertgefühl? Gibt es in meinem Leben verpasste Chancen, unerfüllte Träume, die mir zu schaffen machen?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 19.03.2026