Samuel Wagner - der neue im Team
Samuel Wagner: Samuel Wagner (Foto: Erich Wegmann)
Ab 1. Juli 2011 wirkt Samuel Wagner als Sozialdiakon in unserer Kirchgemeinde. Herzlich willkommen!
Peter Bertschi,
Sämi Wagner, der „Neue“ im Team
Damit neben dem Foto bereits ein Bild von Samuel Wagner entsteht, hat unsere Kirchgemeindepräsidentin Doro Portmann ihm ein paar Fragen gestellt.
Doro Portmann: Sämi, zuerst interessiert sicher dein Werdegang bis zum Sozialdiakon.
Samuel Wagner: Aufgewachsen bin ich in Reigoldswil als sechstes und jüngstes Kind einer Bauernfamilie im Baselbieter Jura. Meine Familie war kirchlich sehr engagiert. So hat die Jungschar meine Freude an der Kinder- und Jugendarbeit geweckt. Ich habe die Handelsmittelschule in Liestal besucht und arbeitete in der Folge in einem Tagesheim mit Kindern im Vorschulalter in Basel, um später ein Studium in Sozialer Arbeit absolvieren zu können. Danach arbeitete ich 6 1/2 Jahre für die Reformierte Kirchgemeinde Lausen/BL als Jugendarbeiter und startete die berufsbegleitende Ausbildung zum Soziokulturellen Animator in Luzern (die ich aber im 4. Semester abbrach). Von 2003-2006 versuchte ich mich gleich mit zwei Ausbildungen: Der Schule für Diakonie, Greifensee und der Religionspädagogischen Ausbildung in Basel. Gegen Ende dieser beiden Ausbildungen 2006 wechselte ich nach Brittnau/AG (neben Zofingen), wo ich bis heute wohne und für die Reformierte Kirche als Sozialdiakon mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit 5 1/2 Jahre gearbeitet habe. 2008 habe ich wiederum berufsbegleitend ein theologisches Masterstudium begonnen, das ich diesen September postgraduate abschliessen werde.
DP: Was waren bisher die Schwerpunkte deiner Arbeit, was wird bei uns neu und/oder anders sein?
SW: Zu Beginn war ich in Lausen vor allem in der „Kinderarbeit“ tätig. Mit der Zeit wuchs ich mit meinen Freiwilligen und Kindern in die Jugendarbeit hinein. So durfte ich verschiedene Kinder- und Jugendgruppen aufbauen und als Highlight eine Kinderzirkuswoche begründen. In Brittnau lag dann der Schwerpunkt meiner Tätigkeit in allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit. Im Baselbiet wie im Aargau durfte ich beide Male einen Jugendgottesdienst aufbauen. Das kam meinem theologischen Interesse entgegen und so verstärkte sich im Aargau auch mein gottesdienstliches Engagement. Familiengottesdienste und auch traditionelle Sonntagmorgengottesdienste kamen zu meinem Arbeitsfeld hinzu. Neu kommt in Brunnen auf mich zu, dass ich als Generalist tätig sein darf, d.h. in der Jugendarbeit und in der Altersarbeit und sicherlich in einem diakonischen Kernanliegen, dem Besuchsdienst. Ich freue mich darauf, verschiedene Generationen anzusprechen und hoffentlich auch zu verbinden. Von allem andern lasse ich mich gerne überraschen.
DP: Du hast Brunnen und unsere KG im Rahmen deiner Bewerbung bereits kennen gelernt, was gefällt dir besonders hier?
SW: Die Frage ist eher, was gefällt mir hier nicht! Ich mag den Dialekt der Leute, die Gegend (den See, die Berge, die zentrale Lage, …). Das einzige was fehlt, sind weitläufige Wälder in der Ebene. An der Kirchgemeinde reizt mich die Diaspora-Situation. Ich denke, das entspricht auch teilweise der Situation der urchristlichen Kirche. Ich vermute, als Minderheit muss man die eigene Identität und was man glaubt stärker reflektieren. Das kann den eigenen Glauben vertiefen, wenn man sich nicht abschottet.
Die beiden Kirchen in Brunnen und Schwyz mag ich wegen der räumlichen Nähe, die aber auch Offenheit ausstrahlt. Angesprochen hat mich aber auch ein Gottesdienstbesuch und der fröhliche, offene Geist (auch nach dem Gottesdienst) sowie der anschliessende Café-Besuch.
DP: Worauf freust du dich bei deinem Wechsel in die Zentralschweiz besonders, was betrachtest du eher mit gemischten Gefühlen?
SW: Ich freue mich besonders auf die vielfältige Arbeit. Unsicher bin ich ein wenig wegen der zweistündigen Anreise von Brittnau nach Brunnen. Einen Teil der administrativen Arbeit möchte ich möglichst im Zug erledigen. Da meine Freundin Carole weiterhin in Brittnau wohnt und in Horw noch ein Jahr lang Maschinenbau studiert, müssen wir unsere gemeinsame Zeit neu regeln. Und ich möchte eigentlich am Leben der Kirchgemeinde (v.a. an den Gottesdiensten) teilnehmen können, auch wenn ich keine offizielle Aufgabe habe. Ich frage mich, ob es mir gelingen wird, die Alters- und die Jugendarbeit zu verbinden, was mir ein wichtiges Anliegen ist. Und besonders stark gewichten möchte ich eine offene Türe und Zeit zu haben für Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe.
Um bald heimisch zu werden, habe ich nun eine Zweitwohnung in Schwyz gefunden.
DP: Wie stellst du dir die Kontakte und Zusammenarbeit zur grossen katholischen Mehrheit vor?
SW: Aus der Religionspädagogischen Ausbildung kenne ich die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche. Ich möchte einen offenen Austausch pflegen, unabhängig von Konfession. Sicher werde ich noch viel Neues kennen lernen. Einiges schätze ich sehr an der katholischen Kirche. So lasse ich mich gerne auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ein.
DP: Hast du schon einen Überblick über die Geografie deines neuen Wirkungsortes und wirst du die Distanzen in dein Fitnessprogramm einbauen oder eher den Busfahrplan auswendig lernen?
SW: Mit Carole habe ich verschiedene Örtlichkeiten in Brunnen-Schwyz bereits ausgekundschaftet und mit Hartmut Schüssler die ganze Region vom Mythen herab bewundert. Und ganz sicher werden die Wanderwege beim Jogging, Wandern und Velofahren unsicher gemacht werden. Nur dieser „cheibe“ Vitaparcours in Brunnen ist einfach grausam steil… Mobil bin ich mit Velo, zu Fuss und mit dem öffentlichen Verkehr, da ich aus Überzeugung kein Auto mehr besitze, solange es nicht absolut notwendig wird.
DP: Danke für deine ausführlichen Antworten. Ich wünsche dir viel Freude und gute Begegnungen bei deinem Start hier in Brunnen und in der Ferienwoche mit den Seniorinnen und Senioren.