Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zehnter Teil - VI

Buchcover Die stille Gefährtin  (Foto: Markus Zogg)

Der Herbst ist da und die Tage werden kürzer. Die Stunden, die wir draussen verbringen, werden weniger und für viele Menschen bedeutet dies, mehr einsame Stunden in den eigenen vier Wänden zu verbringen.
Aus diesem Grund beschäftigen wir uns in den nächsten Wochen mit dem Buch von Stephanie Hecke:
"Die stille Gefährtin – Einsamkeit verstehen und überwinden"
(ISBN 978-3-86334-390-3)


Macht Einsamkeit krank?

Einsamkeit ist keine Krankheit. Aber sie kann uns krank machen. Sie schmerzt – manchmal so stark, dass wir sie körperlich und seelisch spüren können.

Körperliche Auswirkungen von Einsamkeit
Körper und Seele sind untrennbar miteinander verbunden. Wir sind ganzheitliche Wesen. Wir kennen wohl alle das Gefühl von Herzschmerz, wenn wir Liebeskummer haben, oder das flaue Gefühl im Magen, wenn uns etwas tief verunsichert. Unser ganzer Körper reagiert, wenn wir uns emotional schlecht fühlen. Wenn sich die Einsamkeit über einen längeren Zeitraum hinweg immer tiefer in uns festsetzt und chronisch wird, dann ist sie mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Der Körper ist dann in ständiger Alarmbereitschaft und angespannt. Menschen, die sich lange und intensiv einsam fühlen, leiden daher an allen Schmerzen, die auch in Zusammenhang mit Stress bekannt sind: Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Verspannungen. Hinzu kommt Schlafmangel, was wiederum zu weiteren körperlichen und psychischen Problemen führt. Die Wissenschaft hat gezeigt, das chronische Einsamkeit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Demenz erhöht. Einsamkeit ist tatsächlich so schädlich für die Gesundheit, dass sie mit dem Risiko des Rauchens verglichen wird.

Seelische Auswirkungen von Einsamkeit
Nicht nur der Körper, sondern auch die Seele trägt schweren Schaden unter der Einsamkeit davon. Über lange Zeit hinweg einsam zu sein, lässt uns in negative Denkmuster verfallen, die uns tiefer in die Einsamkeit ziehen und den Ausweg noch schwerer machen. Es entsteht eine Art Teufelskreis: Wir fühlen uns einsam, was uns traurig oder depressiv macht, und diese negativen Gefühle wiederum hindern uns daran, aktiv etwas gegen unsere Einsamkeit zu unternehmen.

Leider gibt es gegen die Einsamkeit kein Patentrezept, das auf alle passt. Einsamkeit ist keine Krankheit, die man mit einem Medikament behandeln könnte. Aber es gibt viele kleine Schritte, die sowohl von den Betroffenen selbst auch von ihrem Umfeld unternommen werden können.
- Manchmal reicht es, jemanden zu haben, der einem zuhört, einen an die Hand nimmt oder kleine Veränderungen im Alltag vorschlägt.
- Auch praktische Hilfen wie Besuchsdienste, Gemeinschaftsangebote oder finanzielle Unterstützung für mehr Teilhabegerechtigkeit können dazu beitragen, dass Einsamkeit weniger Raum in unserem Leben einnimmt.
Gemeinsam können wir Wege finden, wie wir das Gefühl der Einsamkeit, das uns alle irgendwann im Leben begleitet, so bewältigen können, dass wir dabei keinen Schaden an Körper und Seele nehmen.

Reflexionsfrage:
Habe ich eine Person, die mir zuhört, mich an der Hand nimmt und kleine Veränderungen im Alltag vorschlägt?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 25.09.2025