Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zehnter Teil - III

Buchcover Die stille Gefährtin  (Foto: Markus Zogg)

Der Herbst steht bevor und die Tage werden kürzer. Die Stunden, die wir draussen verbringen, werden weniger und für viele Menschen bedeutet dies, mehr einsame Stunden in den eigenen vier Wänden zu verbringen.
Aus diesem Grund beschäftigen wir uns in den nächsten Wochen mit dem Buch von Stephanie Hecke:
"Die stille Gefährtin – Einsamkeit verstehen und überwinden"
(ISBN 978-3-86334-390-3)


Einsamkeit bei älteren Menschen

Gemäss dem Schweizer Altersmonitor, der von der Pro Senectute alle 2-3 Jahren publiziert wird, ist Einsamkeit bei älteren Menschen in der Schweiz weit verbreitet und stellt ein Risiko für ihre Gesundheit dar. Darüber zu sprechen, fällt Betroffenen schwer, ist aber für die Prävention entscheidend. Jede vierte Person im Alter von über 55 Jahre (26,6 Prozent) ist davon betroffen. Das entspricht rund 444’500 Personen. Die Hintergründe sind so verschieden wie die Definitionen: Einsamkeit darf nicht mit «alleine sein» verwechselt werden. Der Zustand und das Gefühl des Alleinseins sind nicht zwangsläufig mit einem Leiden verbunden. Alleinsein kann auch schön sein. Einsame Menschen leiden dagegen unter sozialer Isolation. Ihnen fehlt der gesellschaftliche Anschluss, die soziale Teilhabe. Die Qualität von Beziehungen ist entscheidend, nicht die Quantität. Man kann sich auch in Gesellschaft einsam fühlen.

Einschneidende Veränderungen im Leben können Einsamkeit hervorrufen – beispielsweise die eigene Pensionierung, gesundheitliche Beschwerden, der Tod des Partners oder der Partnerin oder das kleiner werdende soziale Netzwerk. Einsamkeit stellt gerade im fortgeschrittenen Alter ein Risiko für die Gesundheit dar. Ältere Menschen, die sich einsam fühlen, haben nicht nur eine kürzere Lebenserwartung, sondern leiden häufiger unter Bluthochdruck und Depressionen. Sie bewegen sich weniger, stehen unter erhöhtem Stress und erkranken eher an Demenz oder Alzheimer.

Wenn Sie sich einsam fühlen oder befürchten, es zu werden, können Ihnen folgende Anregungen helfen:
• Sprechen Sie mit jemandem darüber, was sie beschäftigt. Andere Personen kennen dieses Gefühl auch. Darüber reden, verbindet.
• Überlegen Sie sich, was ihnen guttut und was ihnen Freude macht. Machen Sie mehr davon und planen Sie es in ihren Tagesablauf ein.
• Informieren Sie sich in ihrer Regionalzeitung oder im Internet über Treffen oder Veranstaltungen in Ihrer Nähe.
• Kontaktieren Sie eine Fachstelle und holen Sie sich professionelle Unterstützung.

Beobachten Sie bei einer vertrauten Person ein verändertes Verhalten, zieht sie sich zurück oder macht sie Äusserungen über Einsamkeit? Folgende Anregungen könnten Ihnen im Umgang mit dieser Person helfen:
• Ermutigen Sie die Person, über die eigenen Gefühle zu sprechen und Unterstützung anzunehmen. Hören Sie aufmerksam zu.
• Erkundigen Sie sich bei der Person, welche Themen und Tätigkeiten sie interessieren oder einmal interessiert haben. Machen Sie ihr den Vorschlag, diesen Interessen wieder nachzugehen.
• Ermutigen Sie die Person, Kontakt mit einer Fachstelle aufzunehmen.

Reflexionsfrage
Kenne ich Personen in meinem Umfeld, die von Armut betroffen bin?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 04.09.2025