Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - neunter Teil - XV

Buchcover Und mittendrin leben wir (Foto: Markus Zogg)

Die Natur ist erwacht und es ist wieder wärmer geworden. Die Tage sind länger. Es gibt mehr Sonnenlicht und die Temperaturen steigen. Die Blumen blühen. Die Sträucher und Bäume sind grün geworden. Die Vögel sind zurückgekehrt. Unzählige Jungtiere kommen zur Welt. Und wir Menschen sind wieder aktiver geworden. Wir geniessen mehr Zeit im Freien und nehmen bewusster wahr, wie schön die Natur ist.
In den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wir uns mit dem Buch von Dave Bookless:

„Und mittendrin leben wir – Gott, die Ökologie und Du“ (ISBN 978-3-03848-043-3)

Lebensstil – Der Schöpfung zuliebe (2)

Jesus und die Propheten, die vor ihm gewirkt hatten, hassten die Heuchelei. Die heutigen Medien hassen ebenfalls die Heuchelei. Nichts lieben sie mehr, als diejenigen blosszustellen, deren Taten nicht mit ihren Worten übereinstimmen. Inwiefern hebt sich der christliche Lebensstil vom säkularen, materialistischen Leben ab? Wenn wir wirklich glauben, dass diese Welt Gott gehört und nicht uns, muss unser Lebensstil dies widerspiegeln.

Ein Schritt nach dem anderen
Es ist gefährlich, seinen Lebensstil kritisch zu betrachten, weil man oftmals sehr schnell feststellt, was man alles ändern sollte.
Ein bekannter Spruch ist: «Du bist, was du isst.» Die Herkunft des Essens spielt eine grosse Rolle. Wie weit wurde es transportiert und wie waren die Arbeitsbedingungen vor Ort? Wie ist es hergestellt worden? Unter welchen Bedingungen wurden die Tiere gehalten? Es kostet zwar viel Zeit und harte, körperliche Arbeit, einen eigenen Garten zu halten, aber die Mühe lohnt sich. Man kann zufrieden das Gemüse und die Früchte ernten, die man zuvor gehegt und gepflegt hat.
Mahlzeiten sollten einer Freude an Gottes Schöpfung entspringen und nicht als blosse Nahrungsaufnahme angesehen werden.

Müll und Verschwendung
Eng verbunden mit dem Essen ist auch das Müllproblem, denn ein Grossteil des Abfalls stammt von Nahrungsmitteln und deren Verpackungen. Wie wäre es, wenn wir beim Entsorgen von Müll jedes Mal beten würden? Es geht darum, dass wir uns bewusst sind, dass wir Müll produzieren. Das Gebet könnte ein Schuldgeständnis sein, dass wir verschwenderisch gewesen sind und unsere Umwelt nicht mehr zu schätzen wissen.
Das Einkaufen ist heutzutage zur Freizeitbeschäftigung geworden. Man kauft nicht mehr nur die Dinge, die man wirklich braucht. Die Leute kaufen ein, damit sie sich gut fühlen, und nicht, weil sie die Kleidung benötigen. All unser «Zeug» kann zu einem Mittel der Realitätsflucht werden und dazu führen, dass wir Gottes Stimme ausblenden.

Ethisch korrekt reisen
Unterwegs zu sein kann Freiheit bedeuten, aber es kann uns auch einengen. Die Leute behaupten, sie würden sich sicherer fühlen, wenn sie mit dem Auto fahren. Aber die Wartezeiten, sei es im Stau, am Bahnhof oder am Flughafen, bringen nicht nur Vorteile. Die Luft ist voller Abgase. Es kann sein, dass man aus Gesundheitsgründen nicht Velofahren kann. Aber eventuell gibt es die Möglichkeit, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Bezüglich des CO2-Ausstosses wird der Flugverkehr als grösstes Problem gesehen. Der grösste Nachteil beim schnellen und billigen Reisen mit dem Flugzeug ist wohl, dass man den Sinn für die Entfernung verliert. Einfach zu leben in Gottes Welt bedeutet, darauf zu achten, wie wir reisen und dass wir insgesamt weniger reisen. Es heisst, Wurzeln zu schlagen und den Ort kennen zu lernen, an den Gott uns gestellt hat.

Fazit: Lebensstilveränderungen brauchen Zeit und Ausdauer. Es lohnt sich aber, das eigene Ess- und Konsumverhalten zu hinterfragen, denn so rücken wir näher an die Vorstellungen Gottes heran.

Reflexionsfrage
In welchem Bereich könnte ich mein Leben gottgefälliger gestalten?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 14.08.2025