Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - neunter Teil - XIV

Buchcover Und mittendrin leben wir (Foto: Markus Zogg)

Die Natur ist erwacht und es ist wieder wärmer geworden. Die Tage sind länger. Es gibt mehr Sonnenlicht und die Temperaturen steigen. Die Blumen blühen. Die Sträucher und Bäume sind grün geworden. Die Vögel sind zurückgekehrt. Unzählige Jungtiere kommen zur Welt. Und wir Menschen sind wieder aktiver geworden. Wir geniessen mehr Zeit im Freien und nehmen bewusster wahr, wie schön die Natur ist.
In den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wir uns mit dem Buch von Dave Bookless:

„Und mittendrin leben wir – Gott, die Ökologie und Du“ (ISBN 978-3-03848-043-3)

Lebensstil – Der Schöpfung zuliebe (1)

Jesus und die Propheten, die vor ihm gewirkt hatten, hassten die Heuchelei. Die heutigen Medien hassen ebenfalls die Heuchelei. Nichts lieben sie mehr, als diejenigen blosszustellen, deren Taten nicht mit ihren Worten übereinstimmen. Inwiefern hebt sich der christliche Lebensstil vom säkularen, materialistischen Leben ab? Wenn wir wirklich glauben, dass diese Welt Gott gehört und nicht uns, muss unser Lebensstil dies widerspiegeln.

Einfach leben
- Einfacher leben bedeutet: Freiheit statt Alltagszwang, Genuss statt Übermass, Vernetzung statt Vereinsamung, Fokussierung statt Verzetteln und Nachhaltigkeit statt Konsumpflicht
- Sich bewusst machen, welche Vorteile ein minimalistisches Leben hat.
- Qualität statt Quantität. Wir essen zu viel, zu fett, zu tierisch, zu süss, zu salzig, zu industriell.
- Vor jedem grösseren Kauf drüber schlafen. Ist es wirklich wichtig zu haben?
- Lernen, auch in den Tag hineinleben zu können, Neues entdecken, sich ganz in den Augenblick versenken.
- Nach einem Ort der Stille suchen (im Park, auf einem Berg, im Wald etc.)
- Zeit und Nerven spart, wer sich an eine minimalistische E-Mail-Routine gewöhnt.
- Sich das Jammern abgewöhnen.
- Müll vermeiden. Weniger konsumieren, mehr echte Lebensmittel wie Obst und Gemüse essen und bewusster mit den Ressourcen umgehen.

Im Glauben verwurzelt bleiben
Bevor man im Sinn von Gott handeln kann, muss man erst seinen Glauben überdenken und wissen, wo man hingehört. Aus dieser Überzeugung heraus wächst die Motivation, aus Liebe zu handeln: aus Liebe zu unserem Nächsten, den anderen Geschöpfen, der nächsten Generation und aus Liebe zu Gott. Ohne diese Liebe werden wir zu selbstgerechten, elenden Menschen, die sich für etwas Besseres halten. Und es besteht die Gefahr, dass wir von einer Heuchelei in die nächste geraten. Deswegen ist es wichtig, zu einer Gemeinschaft dazuzugehören und nicht isoliert zu sein. Man braucht Menschen, die auf derselben Reise sind. Wir alle brauchen jemanden, der uns ermutigt und dem wir Rechenschaft ablegen müssen. Es geht um einen Lebensstil, der sowohl Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit widerspiegelt als auch an Gottes Welt Freude hat. Und es geht um harmonische Beziehungen untereinander und zu Gott und seiner Schöpfung. In einer anonymen und orientierungslosen Welt brauchen wir Menschen, die einander helfen und treu sind, die an einem Ort bleiben und dort eine Veränderung bewirken. Dies könnte der Schlüssel zur Veränderung einer ganzen Kultur sein!

Fazit: Einfacher zu leben bedeutet, der Schöpfung Gottes einen Gefallen zu tun. Die Überzeugung dazu kann aus dem Glauben stammen, dass es Gottes Wille ist, dass wir zu Gottes Schöpfung Sorge tragen.

Reflexionsfrage
In welchen Bereichen könnte ich mein Leben noch einfacher gestalten? Wie verwurzelt bin ich im Glauben?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 07.08.2025