Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - neunter Teil - XI

Buchcover Und mittendrin leben wir (Foto: Markus Zogg)

Die Natur ist erwacht und es ist wieder wärmer geworden. Die Tage sind länger. Es gibt mehr Sonnenlicht und die Temperaturen steigen. Die Blumen blühen. Die Sträucher und Bäume sind grün geworden. Die Vögel sind zurückgekehrt. Unzählige Jungtiere kommen zur Welt. Und wir Menschen sind wieder aktiver geworden. Wir geniessen mehr Zeit im Freien und nehmen bewusster wahr, wie schön die Natur ist.
In den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wir uns mit dem Buch von Dave Bookless:

„Und mittendrin leben wir – Gott, die Ökologie und Du“ (ISBN 978-3-03848-043-3)

Exkurs: Mangrovenbäume

Als Menschen sind wir geschaffen worden, um an einem Ort verwurzelt in Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zur Natur zu leben. Ein bildliches Beispiel dafür sind Mangroven.

Mangroven sind sehr spezielle tropische Pflanzenbäume, die im Gezeitenbereich tropischer Küsten wachsen, wo sich Salz- und Süsswasser treffen. Sie haben ein komplexes Wurzelsystem, das sie im Bereich von starker Strömung und Flut überleben lässt. Gesunde Mangrovensümpfe sind generell Orte von grosser Artenvielfalt. Sie bieten Nahrung für Fische und Schildkröten und dienen als Brutplatz für Vögel. Der Schlamm, der sie umgibt, ist voller Muscheln und anderen wirbelloser Tiere.
Ausserdem sind sie so etwas wie natürliche Stossdämpfer. Wenn die Küste von tropischen Stürmen, Zyklonen oder Tsunamis bedroht wird, fangen die Mangroven einen Grossteil des Drucks auf. Somit schützen sie den Erdboden, die Tiere und auch die Dörfer, die sich in Küstennähe befinden.
Es ist nachweisbar, dass z.B. der verheerende Tsunami im Jahr 2004 dort am schlimmsten gewütet hat, wo Mangroven zuvor vernichtet worden waren. An den Stellen, wo gesunde Mangrovenbäume vorhanden waren, hat er nicht annähernd so viel Schaden angerichtet.

Die Stürme, mit denen wir heute konfrontiert werden, sind nicht nur der Klimawandel, sondern auch soziale, wirtschaftliche und ökologische Unruhen. Wir Menschen müssen wie die Mangroven werden; wir müssen uns neu dem Ort widmen, an den Gott uns gestellt hat. Verwurzelte Menschen halten die Struktur der Gemeinschaft zusammen. Sie kennen ihr örtliches Ökosystem. Sie wissen, wann sie welche Dinge anbauen sollten, und nehmen wahr, wenn die Jahreszeiten sich ändern. Sie verschwinden nicht einfach, wenn es mal schwierig wird, sondern halten sich dann umso mehr an Gott und die Menschen, von denen sie unterstützt werden.

Fazit: In unserer entwurzelten Welt glauben wir Christen an einen Gott, der uns in einen Garten gestellt und uns aufgetragen hat, diesen zu pflegen.

Reflexionsfrage
Welche «Stürme des Lebens» habe ich erlebt? Und waren meine «Wurzeln» damals genug verankert? Wo ist der Ort, dem ich mich aktuell widme?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 17.07.2025