Die Natur ist erwacht und es ist wieder wärmer geworden. Die Tage sind länger. Es gibt mehr Sonnenlicht und die Temperaturen steigen. Die Blumen blühen. Die Sträucher und Bäume sind grün geworden. Die Vögel sind zurückgekehrt. Unzählige Jungtiere kommen zur Welt. Und wir Menschen sind wieder aktiver geworden. Wir geniessen mehr Zeit im Freien und nehmen bewusster wahr, wie schön die Natur ist.
In den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wir uns mit dem Buch von Dave Bookless:
„Und mittendrin leben wir – Gott, die Ökologie und Du“ (ISBN 978-3-03848-043-3)
Das Land und der Mensch (1)
Das Land gehört Gott
In unserer heutigen Zeit, in der Raubbau, Probleme der Gentechnologie, Rohstoffausbeutung und weltweite Umweltkrisen das Leben bedrohen, möchte uns Gott vielleicht ganz neu aufzeigen, wie wir mit unseren Landressourcen umgehen sollen. Das Land gehört Gott. Wir Menschen können nur Pächter und Verwalter des göttlichen Landes sein. Wir sollten unsere Rolle auf dieser Erde daher mit grosser Demut angehen.
Wir gehören zum Land
Gott hat uns nicht als körperliche Seelen geschaffen, die in einem luftleeren Raum leben. Er hat uns vielmehr in einen physischen, geografischen und irdischen Zusammenhang gestellt. Da Gott ein beziehungsorientierter Gott ist, hat er auch uns so geschaffen: gebunden an die Erde. Eines der stärksten und grundlegendsten Bedürfnisse aller Menschen ist es, dazuzugehören, also zu dem Land und dem Ort zu gehören, wo wir uns verbinden, verwurzeln und wachsen können. Viele Menschen bleiben nicht mehr lebenslänglich an ein und demselben Ort, umgeben von Familie und Freunden. Gott möchte, dass wir Wurzeln schlagen, wo auch immer wir sind. Diese Wurzeln sind lebenswichtig für unsere seelische und geistliche Gesundheit. Sie sind auch wichtig, um eine gesunde Beziehung zur natürlichen Umwelt zu haben. Das Volk Israel kannte beides, umherziehen und sesshaft bleiben. In dieser individualisierten und globalisierten Welt kann uns die biblische Geschichte neue Hoffnung geben.
Land – ein Ort, an dem wir Beziehung zu Gott leben
Als Gottes Ebenbilder gibt Gott uns genaue Anweisungen, wie wir uns um sein Land und dessen Geschöpfe kümmern sollen. z.B. in 5. Mose 22,6-7. Hier erkennen wir ein
Prinzip für einen nachhaltigen Lebensstil, den wir wieder neu lernen müssen. Wir sollten uns nicht ständig fragen, welchen Nutzen wir kurzfristig haben, sondern wie sich unsere Handlungen langfristig auf die Umwelt auswirken. Wenn wir dieses Prinzip der Nachhaltigkeit auf unsere Meere anwenden würden, so hätten wir sie nicht durch Fischfang ausgebeutet. Es geht darum, dass wir die Ressourcen der Schöpfung so gebrauchen, dass sie sich von selbst wieder aufstocken können. Oder z.B. in 3. Mose 19,9-10. Bei der Nutzung des Landes sollte es nicht nur um Produktivität gehen.
Das Prinzip der «Nachlese», also das Getreide, das liegen geblieben oder an den Rändern gewachsen ist, soll für die Armen, die Fremden und natürlich für die Tiere übrig bleiben. Die Anweisungen, den Armen und Fremden genug übrig zu lassen, haben nicht nur einen sozialen oder ökologischen Hintergrund. Sie haben auch eine geistliche Bedeutung: «Ich bin der Herr, euer Gott.» Diese Worte sollten sich tief in das Herz eines jeden Konsumenten einprägen. Es ist Gottes Welt, und er wird uns eines Tages für unsere Verwaltung zur Rechenschaft ziehen. Ein letztes Prinzip steht in 3. Mose 25,2-7. Das
Prinzip der Sabbatruhe für das Land besagt, dass alle Äcker und Weinberge nach jedem sechsten Jahr ein Jahr lang zur Ehre Gottes brachliegen sollen. Der Gedanke der Sabbatruhe ist innerhalb der Schöpfungsordnung tief verankert. Der Sabbat ist Teil der siebentägigen Struktur. Es fällt auf, dass die Beziehung zwischen Mensch und Land an die Beziehung zu Gott geknüpft ist.
Fazit: Wenn wir das Land nicht gut behandeln, so können wir keine gesunde Beziehung zu Gott haben. Das Land ist nicht fruchtbar aufgrund unserer harten Arbeit, sondern weil Gott für uns sorgt – auch wenn wir ruhen!
Reflexionsfrage:
Gott möchte, dass wir Wurzeln schlagen, wo auch immer wir sind. Wie tief sind meine Wurzeln?
Lies
» Jeremia 29,4-7
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oder Sozialdiakon Markus Zogg.