Impulse für den Glauben - neunter Teil - III
Die Natur ist erwacht und es ist wieder wärmer geworden. Die Tage sind länger. Es gibt mehr Sonnenlicht und die Temperaturen steigen. Die Blumen blühen. Die Sträucher und Bäume sind grün geworden. Die Vögel sind zurückgekehrt. Unzählige Jungtiere kommen zur Welt. Und wir Menschen sind wieder aktiver geworden. Wir geniessen mehr Zeit im Freien und nehmen bewusster wahr, wie schön die Natur ist.
In den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wir uns mit dem Buch von Dave Bookless:
„Und mittendrin leben wir – Gott, die Ökologie und Du“ (ISBN 978-3-03848-043-3)
Die Schöpfung ruft (2)
Nichts ist gefährlicher als die Illusion, dass wir allein klarkommen könnten, wie es uns durch die moderne Gesellschaft vermittelt wird. Gott hat uns dazu erschaffen, abhängig zu sein von ihm, voneinander und von der gesamten Schöpfung.
Gott ist seiner Schöpfung treu
Weit verbreitet ist die Meinung, dass Gott eine Art «göttlicher Uhrmacher» sei: ein Gott, der die Uhr aufgezogen und zum Laufen gebracht hat. Danach sei der Uhrmacher verschwunden, während sich das Uhrwerk von allein abspule. Die biblische Geschichte offenbart uns, dass Gottes Beziehung zu seiner Schöpfung nicht beendet ist. Er erhält, erneuert und kümmert sich fortlaufend um seine Schöpfung. Als Christen glauben wir daran, dass Gott sich dazu verpflichtet hat, sich um diese Erde zu kümmern. Das bedeutet nicht, dass wir uns zurücklehnen und nichts tun sollen.
Die Schöpfung ist GUT und erzählt von Gott
Die Schöpfung hat nach dem Sündenfall nicht all ihr Gutes verloren. Wir dürfen uns darüber freuen, dass die Schöpfung in all ihrer Fülle das wunderbare Geschenk eines guten Gottes ist. Da sind zum Beispiel die Gartengrasmücke und die Dorngrasmücke. Beide wiegen zwischen zehn und zwanzig Gramm und kommen aus dem Gebiet südlich der Sahara, um beispielsweise in England zu brüten. Wie sie ihren Weg finden, ist noch nicht ganz erforscht, aber viele von ihnen scheinen sich an den Sternen zu orientieren. Sogar ein überzeugter Atheist kommt beim Wunder des Vogelzuges in ein ehrfürchtiges Staunen. Ohne Worte erzählen die Vögel von der Herrlichkeit Gottes. Die Freude an Gottes Schöpfung muss wieder neu entdeckt werden. Leider vernachlässigen viele Kirchen die Natur in ihren Gottesdiensten.
Die Schöpfung gehört Gott
Gott hat die Welt aus dem Nichts erschaffen. Wenn ein Komponist ein Musikstück schreibt, so ist es durch das Copyright geschützt und gehört ihm. Gottes Eigentumsrecht umfasst nicht nur den leeren Planeten, sondern alle Geschöpfe, die er gemacht hat. Die Bibel sagt in 5. Mose 10,14: «Haltet euch vor Augen: Dem HERRN, eurem Gott, gehören der Himmel und alle Himmelswelten, die Erde und alles, was darauf lebt.»
Gott erwartet von uns, dass wir diese Welt vorsichtig und verantwortungsvoll behandeln, indem wir uns daran erinnern, dass sie nicht uns, sondern Gott gehört.
Der Mensch als Teil der Schöpfung
Als Menschen sind wir dazu geschaffen, in gegenseitiger Abhängigkeit mit anderen Lebewesen zu leben, damit wir einander kennen und uns auf einander verlassen können. Gott hat den Menschen eine besondere Verantwortung gegeben, für diesen Planeten zu sorgen. Die Menschheit ist sowohl Ebenbild Gottes und sollte sich um die Schöpfung kümmern als auch aus Erde gemacht und somit ein Teil der Erde.
Reflexionsfrage:
Welchen praktischen Unterschied bedeutet es für unser alltägliches Leben, ob wir glauben, dass die Erde selbst Gott ist oder dass sie zu Gott gehört?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.