Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - achter Teil - VII

Gebet Bruder Klaus. (Foto: Markus Zogg)

Wir werfen einen Blick ins Leben von Niklaus von der Flüe. In der Kategorie der „Heiligen“ hat er für die Schweiz die wichtigste Bedeutung. Er steht als Symbol für Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung. Ein Thema, das die ganze Welt umtreibt. Und auch in unserem Leben und in unseren Beziehungen nichts an Aktualität verloren hat.
Unter anderem wird folgende Literatur bei der Erarbeitung der „Impulse für den Glauben“ beigezogen:
- Die Sehnsucht nach dem «einig Wesen», Roland Gröbli, Rex-Verlag, Luzern
- Mystiker, Mittler, Mensch: 600 Jahre Niklaus von Flüe 1417-1487, Theologischer Verlag Zürich

Die innere Biografie von Niklaus von Flüe (5)

Die innere Biografie beleuchtet die Wahrnehmung, Bewertung und Einordnung der verschiedenen Lebensereignisse- und Erlebnisse.

Gemäss zuverlässigen Quellen besuchte im Jahr 1479 ein unbekannter «gelehrter Doktor» Bruder Klaus von Flüe und stellte ihm mindestens 7 Fragen.

Frage 1b+2

Was ist das Edelste und das Beste, das Gott dem Menschen gegeben hat?
- Das ist die Vernunft und die Seele

Woher ist die Seele gekommen?
- Aus dem väterlichen Herzen Gottes


1b) Die Seele – Generationen haben sich bereits Gedanken gemacht, wo die Persönlichkeit des Menschen, seine Seele, verortet sein könnte. Die neuere Forschung kommt dabei zu ähnlichen Ergebnissen wie die Bibel. Dem Philosophen des Rationalismus, René Descartes, schien es klar, dass die Seele nicht irgendwo im Körper wohnen konnte. Er hielt die Zirbeldrüse im Zwischenhirn für diesen Ort, eine kleine, häufig kegelförmige Drüse auf der Rückseite des Mittelhirns. Charakter, Persönlichkeit, das, was uns als Individuen ausmacht, durchdringt scheinbar unseren gesamten Körper. Aussagen aus der modernen Psychologie werden durch biblische Angaben gestützt. Der Begriff „näfäsch“ für Seele oder Leben wird im Alten Testament immerhin 750-mal verwendet. Schon in der Antike wurde hauptsächlich das Herz des Menschen als Sitz seiner Persönlichkeit identifiziert, oft ergänzt durch seine Nieren. In Psalm 26,2 bittet der Beter: „Du kannst mich auf die Probe stellen, HERR. Ergründe, wie ich wirklich bin, prüfe mich auf Herz und Nieren!“ Bereits auf den ersten Seiten der Bibel, bei der Schöpfung (1. Mose 2,7), heisst es: „Da formte Gott, der HERR, aus Staub vom Erdboden den Menschen und blies ihm den Lebensatem in die Nase. So wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen.“ Der Mensch hat also laut Bibel keine Seele, er ist eine lebendige Seele. Kein Wunder, dass sich Teile unserer Persönlichkeit also überall verorten lassen.

Gut respektierte Wissenschaftler, wie der Physiker Sir Roger Penrose von der Oxford Universität, kommen zum Schluss, dass der Tod nicht das Ende ist. Die Seele könne den Körper verlassen, wenn dieser stirbt. Laut der britischen Boulevardzeitung «The Sun» werde seine Theorie gestützt vom renommierten Max-Planck-Institut für Physik in München. Experten dort argumentieren, dass das physikalische Universum eine Wahrnehmung ist und dass nach dem physischen Tod ein unendliches Leben folge.

2) Wenn wir davon ausgehen, dass Gott, der Schöpfer, hinter der gesamten Existenz dieses Universums steht, dann hat ER auch den Menschen als ganzes Wesen mit Leib, Seele und Geist geschaffen.

Fragen zum Nachdenken:
- Kenne ich Leute, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben? Was berichten Sie?
- Glaube ich an ein ewiges Leben?
- Wie würde ich meine Seele beschreiben? Welche Charaktereigenschaften habe ich?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 20.02.2025