Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - achter Teil - VI

Gebet Bruder Klaus. (Foto: Markus Zogg)

Wir werfen einen Blick ins Leben von Niklaus von der Flüe. In der Kategorie der „Heiligen“ hat er für die Schweiz die wichtigste Bedeutung. Er steht als Symbol für Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung. Ein Thema, das die ganze Welt umtreibt. Und auch in unserem Leben und in unseren Beziehungen nichts an Aktualität verloren hat.
Unter anderem wird folgende Literatur bei der Erarbeitung der „Impulse für den Glauben“ beigezogen:
- Die Sehnsucht nach dem «einig Wesen», Roland Gröbli, Rex-Verlag, Luzern
- Mystiker, Mittler, Mensch: 600 Jahre Niklaus von Flüe 1417-1487, Theologischer Verlag Zürich

Die innere Biografie von Niklaus von Flüe (4)

Die innere Biografie beleuchtet die Wahrnehmung, Bewertung und Einordnung der verschiedenen Lebensereignisse- und Erlebnisse.

Gemäss zuverlässigen Quellen besuchte im Jahr 1479 ein unbekannter «gelehrter Doktor» Bruder Klaus von Flüe und stellte ihm mindestens 7 Fragen.

Frage 1a

Die erste: Was ist das Edelste und das Beste, das Gott dem Menschen gegeben hat?
- Das ist die Vernunft und die Seele


Die Vernunft ist ein philosophischer Grundbegriff. Das Philosophie-Magazin (www.philomag.de) sagt dazu: „[…] Die Vernunft ist eine Art des Denkens, die es dem menschlichen Geist erlaubt, seine Bezüge zur Realität zu organisieren. Für Aristoteles ist sie die herausragende Fähigkeit des Menschen. Für Descartes ist sie die Fähigkeit, ‘richtig zu urteilen und die Wahrheit von der Unwahrheit zu unterscheiden’, und er hält sie für […] gleichzusetzen mit dem „gesunden Menschenverstand“. […] Im Zeitalter der Aufklärung wird sie als das Instrument des Fortschritts betrachtet […].» Obwohl wir bereits im 21. Jahrhundert angekommen sind, gibt es immer noch zahlreiche Menschen auf dieser Welt, die den Bezug zur Realität verloren haben. Von Fortschritt, wie es das Zeitalter der Aufklärung anstrebt, ist wenig zu sehen. Stattdessen sind die Tageszeitungen gefüllt mit Mitteilungen über Kriege, Umweltkatastrophen, Hungersnot, Gewalt, Ausbeutung. Wegen KI (Künstlicher Intelligenz) und anderen angeblichen Errungenschaften der Menschheit, wird es für uns Menschen immer schwieriger, richtig urteilen zu können und die Wahrheit von der Unwahrheit zu unterscheiden. Wer sich aber zu Gott hält und bei ihm die Weisheit und den gesunden Menschenverstand erbittet, für den können die folgenden Bibelverse gelten:
Sprüche 13,16: «Jeder Kluge handelt mit Überlegung (Vernunft), ein Dummer dagegen verbreitet nichts als Unsinn.»
Sprüche 19,8: „Wer Verstand erwirbt, liebt sein Leben, und wer Einsicht (Vernunft) bewahrt, findet das Glück.“

Fragen zum Nachdenken:
- Welche Beispiele habe ich, wo ich vernünftig gehandelt habe?
- Welche Beispiele habe ich, wo ich unvernünftig gehandelt habe?
- Welche Lehren habe ich aus meinem unvernünftigen Verhalten gezogen?
- Wo ist es mir gelungen, mein Fehlverhalten zu korrigieren?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 13.02.2025