Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - siebter Teil - XVI

Buch Glauben Wozu (Foto: Markus Zogg)

In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Timothy Keller:

„GLAUBEN WOZU?“ - Religion im Zeitalter der Skepsis.

Brunnen Verlag, Giessen
Religion hat mehr zu bieten, als man meint
Zufriedenheit, die nicht an Umstände gebunden ist (4)

Die Heilung unserer Unzufriedenheit

Wir brauchen nicht nur Liebe, die wir empfangen, sondern auch Liebe, die wir geben. Der US-amerikanische Psychologe Jonathan Haidt ist überzeugt, dass wir nicht nur jemanden brauchen zum Anlehnen. Wir sollten uns auch um andere kümmern, was förderlich sei für unsere physische und geistige Gesundheit.

Der grosse christliche Philosoph Augustinus machte die Erfahrung, dass er einen sterblichen Menschen so geliebt hatte, als ob er niemals sterben würde. Zuerst stellte er eine solche Bindung infrage. Später brachte diese Erfahrung bei ihm die Wendung. Er hielt eine solche Liebe trotzdem für gut, richtig und wesentlich, wenn man sie Gott schenkt. Das Problem sei nicht, dass man seine Familie oder den Beruf zu sehr lieben würde, sondern dass man dadurch Gott weniger liebe. Sein Rat auch an uns ist: Verhärten wir unser Herz nicht ultimativ an Dinge, die wir verlieren können und die nicht satt machen. Lassen wir uns von Gottes Liebe durchdringen und neigen wir unser Herz ihm zu, um ihn zurück zu lieben. Das wird uns verändern.

Wenn wir lernen, Gott mehr zu lieben als alles andere, wird unsere grösste Quelle an Trost, Hoffnung, Freude und Wert nicht versiegen, auch wenn Trauer über uns kommt. Wir werden noch tiefer aus dieser Quelle „trinken“ und merken, dass wir nicht leer sind. Die Liebe Gottes kann uns niemals genommen werden. Diese Neuordnung der Liebesprioritäten hat noch eine andere Dimension in unserem Leben. Sie zeigt auf, dass das Wichtigste am Vergnügen nicht unsere reine Sinneserfahrung ist, sondern was es für die Beziehung zu anderen Menschen bedeutet.

Manche Leute werfen der Religion vor, dass sie dem normalen Leben die Freude nimmt. Für den christlichen Glauben stimmt das nicht. Wir sind durch Gottes freie Gnade und Vergebung erlöst und müssen uns nicht den Himmel verdienen, indem wir uns von der Welt abwenden. Wir sehen alles als Geschenk und als Vorgeschmack auf das Herrliche und Gute, das uns durch unser ewiges Erbe zukommen wird.

Fragen zum Nachdenken
- Wo und wann habe ich in meinem Leben Liebe empfangen?
- Wo und wann habe ich in meinem Leben Liebe weitergegeben?
- Empfinde ich den Glauben als einengend oder befreiend? Weshalb?


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 28.11.2024