Impulse für den Glauben - siebter Teil - X
In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Timothy Keller:
„GLAUBEN WOZU?“ - Religion im Zeitalter der Skepsis.
Brunnen Verlag, Giessen
Religion hat mehr zu bieten, als man meint
Ein Sinn im Leben, den Leid einem nicht nehmen kann (2)
Such keinen Sinn im Leben – schaff dir einfach einen!
Wir Menschen sollen uns einen Sinn schaffen? Wenn wir nicht wissen, woher wir kommen, wozu wir geschaffen wurden und wohin die Reise nach dem Leben geht, ist die Unsicherheitslage bedrückend. Klar ist: Wir sind auf dieser Welt, um eine Aufgabe zu erfüllen. Jede/r bekommt seine Zeit, um das zu tun. Ich glaube nicht, dass diese Aufgabe vorprogrammiert ist. Gott hat uns Menschen einen Verstand gegeben und auch Weisheit bereitgestellt, um gemäss unseren Fähigkeiten und Begabungen, die wir entdecken können, Aufgaben in dieser Welt zu erfüllen. Je nach Lebensphase kann es die eine oder andere Aufgabe sein. Viele Leute sagen, dass wir heute nicht mehr auf Gott und die Religion schauen können, um unserem Leben Sinn zu verleihen. Die Welt und die Menschheit hätten keine Bestimmung. Es gäbe nicht, was uns befreit, uns selbst einen Sinn zu kreieren. Aber: Auf was ausser Gott sollen wir denn schauen, wenn unser Leben und unser Tun einen dauerhaften Wert haben soll? Jeder Mensch weiss, dass sein Leben zeitlich begrenzt ist.
Unsere postmoderne Zeit lehnt alle absoluten Werte ab. Hoch lebe die Freiheit! Der ganze Sinn im Leben liege darin, die Freiheit zu haben, seinen eigenen Sinn bestimmen zu können. Diese Menschen machen letztlich genau das, was sie selbst ablehnen, nämlich einen Wert festzulegen. Dieser egoistische Ansatz funktioniert in der Praxis nicht. Das Leben muss selber ein Wörtchen mitreden können.
Um einen Sinn im Leben zu haben, ist es nicht zwingend an Gott zu glauben. Einen Sinn im Leben zu haben könnte lauten, gute Eltern zu sein, benachteiligte Jugendliche zu begleiten, Literatur zu fördern, sich für den Umweltschutz einzusetzen etc. Diese Aktivitäten sind immer daran geknüpft, etwas bewirken zu wollen. Sie stehen in Beziehung zu anderen Menschen. Die übergeordnete Frage nach der Bedeutung unseres Tuns übersteigt unsere Vorstellungs- und Denkkraft. Denn unser Leben ist so kurz im Vergleich zu den vielen Jahrhunderten, die bereits vergangen sind und die noch kommen werden. Es kommen immer wieder dieselben Fragen auf: Wofür tue ich dies und das? Welchen Unterschied macht es? Das Leben in seiner ganzen Fülle und zeitlichen Dimension, über die gesamte Zeitdauer bezogen, gibt die letzte Antwort: Nichts hat letztlich Bestand. Wenn es keinen Gott oder ein Leben danach geben soll, kann konsequenterweise gesagt werden: es ist letztlich egal, ob wir völkermordende Verrückte sind, den Hunger in Afrika bekämpfen oder brutal habgierig sind. Am Ende wird unser Leben nichts bewirkt haben, weil es sinnlos ist.
Fragen zum Nachdenken
- Sieht die Situation von uns Menschen wirklich so düster aus?
- Wie sieht meine eigene Lebenssituation aus?
- In welchen Aktivitäten finde ich einen Sinn?
- Mache ich auch die Erfahrung, dass das Leben immer wieder sinnlos erscheint?
- Habe ich den Sinn schon einmal bei Gott gesucht?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.