Impulse für den Glauben - siebter Teil - V
In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Timothy Keller:
„GLAUBEN WOZU?“ - Religion im Zeitalter der Skepsis.
Brunnen Verlag, Giessen
In Anlehnung an unser Buch folgt nun ein dreiteiliger Beitrag zu Blaise Pascal (1623-1662), dem französischen Mathematiker, Physiker, intellektuellen Schriftsteller, Erfinder und christlichen Philosophen.
Der erste Teil schildert "Ein Abriss seines Lebens", der zweite Teil "Sein Vermächtnis für den christlichen Glauben", und der dritte Teil seine logische Abfolge zur Verteidigung des Christlichen Glaubens.
Blaise Pascal - 1. Teil: Ein Abriss seines Lebens
Blaise Pascal wuchs in einem wohlhabenden und studierten Elternhaus auf. Sein Vater war Vorsitzender Richter, seine Mutter stammte aus einer Kaufmannsfamilie. Er hatte 2 ältere Schwestern. Als er 3 Jahre alt war, wurde er Halbwaise, weil seine Mutter sich von der Geburt seiner Schwester nicht erholte. Fünf Jahre später zog die Familie samt Kinderfrau nach Paris, weil der Vater den Kindern bessere Entfaltungsmöglichkeiten schaffen wollte. Er verkaufte sein Richteramt an einen Bruder und legte sein Vermögen in Staatsanleihen an. Blaise Pascal war von Kind an kränklich. Er wurde deshalb von seinem hochgebildeten und naturkundlich interessierten Vater selbst sowie von Hauslehrern unterrichtet. Bereits mit zwölf Jahren bewies er sein hervorragendes mathematisches Talent. Durch seinen Vater, der in Pariser Gelehrten- und Literatenzirkeln verkehrte, fand er alsbald Anschluss an den Kreis von Mathematikern und Naturforschern um den Père Mersenne, wo er als 16-Jähriger mit einer Arbeit über Kegelschnitte beeindruckte. 1639 wurde sein Vater zu Unrecht verdächtigt, als Mitorganisator bei einem Protest gegen den Staat mitgemacht zu haben. Er musste untertauchen. Bald darauf wurde er begnadigt und erhielt einen Posten als königlichen Kommissar und obersten Steuereinnehmer für die Normandie. Hier erfand Blaise Pascal 1642 für seinen Vater eine mechanische Rechenmaschine, die als eine der Ältesten gilt. Nicht nur Blaise sondern auch seine Schwestern waren begabt. Seine jüngere Schwester hatte ein literarisches Flair.
1646 kam die Familie, die bis dahin nur schwach religiös war, in Kontakt mit den Lehren des holländischen Reformbischofs Jansenius, der sich innerhalb der katholischen Kirche an Augustinus und der Gnadenlehre von Calvin orientierte. Familie Pascal näherte sich von da an dem christlichen Glauben. Blaise Pascal litt unter Lähmungserscheinungen und ständigem Schmerz und interpretierte seine gesundheitlichen Probleme als Zeichen Gottes. Er begann, ein asketisches Leben zu führen. Daneben führte er weiterhin naturwissenschaftlich-mathematische Studien. 1647 publizierte er seine Ergebnisse zu den Versuchen zum Nachweis des Vakuums, dessen Existenz man bis dahin für unmöglich gehalten hatte.
Ab Mai 1647 lebte er mit seiner Schwester Jacqueline und wenig später auch mit dem Vater überwiegend wieder in Paris. Im Herbst 1651 starb sein Vater. Und seine Schwester ging kurz danach in ein streng jansenistisches Kloster. Zum ersten Mal war er auf sich allein gestellt. Zwei Jahre später verfasste er die Abhandlung über den Luftdruck, in der zum ersten Mal in der Wissenschaftsgeschichte die Hydrostatik umfassend behandelt wurde. Mit seinen neuen Bekannten führte er auch Diskussion über die Gewinnchancen im Glückspiel. Diese brachte ihn 1653 dazu, sich der Wahrscheinlichkeitsrechnung zuzuwenden. Er untersuchte vorwiegend Würfelspiele und publizierte 1654 verschiedene Abhandlungen. Im Herbst 1654 wurde er von einer depressiven Verstimmung erfasst und besuchte seine Schwester häufig im Kloster. Er versuchte sich von seinen mondänen Freunden zu entziehen, arbeitete aber weiterhin an mathematischen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Ein religiöses Erweckungserlebnis führte dazu, dass er sich aus der Pariser Gesellschaft zurückzog, um völlig seine Frömmigkeit leben zu können. 1658 begann er an einer grossen systematischen Verteidigungsschrift der christlichen Religion zu arbeiten. Neben religiösen Themen verfolgte er weiterhin mathematische Studien (z.B. Sinus des Viertelkreises, Drehung der Zykloide, Differential- und Integralrechnung). Zur Gnadenlehre sagte er: «Jener, der uns ohne uns geschaffen hat, kann uns nicht ohne uns retten». Damit appellierte er an den freien Willen und die Entscheidungsfreiheit des Menschen über sein Heil.
Mit seiner Gesundheit ging es immer rascher bergab, vermutlich auch aufgrund seiner äusserst asketischen, ihn zusätzlich schwächenden Lebensweise. Im Jahr 1659 konnte er viele Wochen nicht arbeiten. Trotzdem war er darum bemüht, eine neue Bibelübersetzung zu initiieren. Im Oktober 1661 starb seine jüngere Schwester Jacqueline, was seine Krankheit verschlimmerte. Sein emotionaler Zustand litt sehr stark darunter. Trotzdem gründete er Anfang 1662 zusammen mit seinem Freund und weiteren Unternehmern ein Droschkenunternehmen, das den Beginn des öffentlichen Nahverkehrs weltweit markierte.
Am 18. August 1662 starb Blaise Pascal im Alter von nur 39 Jahren. Die Ursache seines Todes wurde nie genau bestimmt.
Neben seiner wissenschaftlichen Meisterleistung wurde zur Erinnerung an ihn zum Beispiel von 1968 bis 1993 in Frankreich eine 500-Francs-Banknote produziert, die dem Werk und Andenken Pascals gewidmet ist und Informationen aus seinem Leben darstellt. Auch verschiedene Briefmarken wurden zur Ehre Pascals herausgegeben und sogar eine Schokoladenverpackung ihm gewidmet.
Markus Zogg, Sozialdiakon
Quelle: https://wikipedia.org/wiki/Blaise_Pascal (letztmals abgerufen am 31.8.2024)
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oder Sozialdiakon Markus Zogg.