Impulse für den Glauben - sechster Teil - X
In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Bill und Brenda Johnson:
„JUBELT VOLLER FREUDE“ - Drei Schlüssel, um die Fülle der himmlischen Freude zu erleben.
Grain-Press Verlag GmbH, Vailhingen/Enz
3. Schlüssel: „Anbetung“ (1)
Was ist eigentlich „Anbetung“? Wir stehen mitten in der Fussball-Europameisterschaft. Die Protagonisten werden zelebriert. Hinzu kommt die Stimmung, die in einem Stadion elektrisierend sein und eindrücklich „unter die Haut“ gehen kann. Dasselbe Phänomen gibt es bei Musikstars und Politikern, die sich gekonnt in Szene setzen, wenn es drauf ankommt. Könnte man hier evtl. von „Anbetung“ sprechen? Menschen suchen Erlebnisse, die ihnen einen garantierten Sinn-Kick geben. Wenn sonst vieles als sinnlos erscheint, braucht man doch zwischendurch etwas, das einem aufheitert? Das ist absolut legitim und wertvoll für die eigene psychische Gesundheit. Trotzdem sind dies vergängliche und letztlich unbedeutende Dinge, weil sie nur einen irdischen, diesseitigen Wert haben. Wenn wir Gott anbeten, bewundern und verehren wir den Ewigen und staunen über das, was Er in sich selbst ist und was Er für die ist, die Ihm nahe sind. Dinge, die den Bogen über unser irdisches Leben hinaus spannen, sind zukunftsweisend. Sie tragen auch wesentlich dazu bei, dass das kurze Menschenleben, seien es 70, 80 oder gar 90 Jahre, dauerhaft sinnerfüllt sein kann. In Momenten der Anbetung Gottes beschäftigen wir uns nicht mit irdischen Belanglosigkeiten, sondern wir konzentrieren uns auf das Himmlische. Unser Herz überströmt vor Dankbarkeit, weil wir es als Geschenk betrachten, zu Christus gehören zu dürfen. Eines steht fest: Als Menschen müssen wir einen Spagat aushalten. Auf der einen Seite dürfen wir unsere irdischen Verpflichtungen nicht vernachlässigen. Auf der anderen Seite können wir nicht beides: Der „Welt“ und ihren Verlockungen nachrennen oder „Gott“ bei uns haben, dem es um mehr als irdische Vergänglichkeiten geht.
Gott anzubeten setzt eine Beziehung voraus. Die Israeliten waren von Gott aus Ägypten erlöst worden und konnten sich deshalb als erlöstes Volk dem von Gott festgelegten Ort nähern. Der Psalmist konnte sagen: „Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln, ihm laut unsere Freude zeigen, dem Fels, bei dem wir Rettung finden. Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Kommt, wir wollen ihn anbeten und uns vor ihm niederwerfen, wir wollen niederknien vor dem HERRN, der uns geschaffen hat! Denn er ist unser Gott, und wir sind sein Volk, die Schafe auf seiner Weide, er leitet uns mit eigener Hand.“ (Psalm 95, 1.3.6.7)
Zur Zeit des Alten Testaments konnte das Volk nicht in Gottes Heiligtum eintreten. Sein Ort, an dem es sich Gott nahen konnte, war der Vorhof. Mit Gott direkt ins Gespräch kommen, konnte das Volk nicht. Selbst die Priester, die als Mittler zwischen Gott und den Menschen galten, gingen nur einmal im Jahr ins Heiligtum. Das ist nun anders. Mit der vollbrachten Erlösung ist der Vorhang von oben bis unten zerrissen. Gott ist herausgetreten und alle, die an Christus gläubig geworden sind, dürfen freimütig ins Allerheiligste eintreten. Aufgrund dieser Nähe zu Gott, in die wir Gläubige durch das Erlösungswerk Christi gebracht wurden, ist der Zugang zu Gott frei und wir können direkt, frei und ortsunabhängig mit Gott ins Gespräch kommen.
Fragen und Anregungen zum Nachdenken:
- Was gibt mir im Leben Sinn?
- Welche Lebenserfahrungen Orte helfen mir, an Gott zu glauben und Christus nachzufolgen?
- Welche Lebenserfahrungen lassen mich an Gott zweifeln?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.