Der Freude nachjagen - Gedanken zum Osterfest
Dieser Ausdruck aus einem Buch hat mir sehr gut gefallen. „Nachjagen“ bedeutet auch, jemandem oder etwas sehr schnell folgen, hinterherlaufen, nacheilen, jemanden einholen. Die Freude rennt mir also voraus. Und ich sollte sie nicht aus den Augen verlieren. Sonst werde ich von anderem abgelenkt und fokussiere mich nicht mehr auf die Freude.
Was ist eigentlich Freude? Wie könnte man sie beschreiben? Das Gefühl der Freude ist eine Reaktion auf schöne Momente in unserem Leben. Freude ist ein Geschenk und löst Heiterkeit, Beschwingtheit, Frische, Wohlempfinden, Zuversicht, Zufriedenheit und Optimismus aus. Wer wünscht sich das nicht? Also, nichts wie los und der Freude nachjagen! Aber wie soll das gehen? Die Bibel gibt es uns da einige Hinweise:
„Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen…“
(1. Thessalonicher 5,16-18)
- Fröhlich sein: das Gute sehen, „Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll“
- Beten hilft, die Sorgen bei einer höheren Instanz (bei Gott) zu deponieren und zu wissen, dass man sich nicht alleine mit seinen Problemen herumschlagen muss.
- Dankbarkeit: Es gibt höchstwahrscheinlich an jedem Tag etwas, wofür man dankbar sein kann. Da hilft es, den kleinen Dingen mehr Beachtung zu schenken, z.B. dem Vogelgezwitscher im Frühling, dem herzhaften Lachen der Kinder, einer liebevollen Umarmung etc. Ebenfalls hilft es, sich bewusst zu machen, dass wir in der Schweiz in einem Land leben, wo sozialer Frieden herrscht, wir übervolle Lebensmittelläden vorfinden und versicherungstechnisch überdurchschnittlich abgesichert sind.
„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal…“
(Römer 12,12)
- Hoffnung ist eine positive Erwartungshaltung. Aus dem Mittelniederdeutschen ‚hopen‘: hüpfen,
vor Erwartung unruhig springen, zappeln. Hoffnung ist neben Glauben und Liebe eine der drei christlichen Tugenden. Wir haben allen Grund, hoffnungsvoll zu sein. Obwohl Hoffnung natürlich auch begleitet sein kann von der Angst und der Sorge, dass das Erwünschte nicht eintreten wird.
- Trübsal sind Leiden, die jemanden bedrücken. Diese auszuhalten ist nicht einfach und bedingt viel Geduld. Es ist nicht förderlich, sich über längere Zeit in „Trübsal blasen“ zu üben. Und betrübt zu sein und dem Kummer nachzuhängen ist hinderlich für die Freude.
„Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“
(Psalm 118,24)
- Wenn wir uns auf den heutigen Tag fokussieren, stehen nicht die Sorgen von Morgen im
Vordergrund. Das bedeutet nicht, dass wir die Herausforderungen des Lebens verdrängen. Unsere Lebensgrundeinstellung sollte geprägt sein von Fröhlichkeit.
Unbekümmertheit kann auch aufkommen, wenn wir unseren Blick auf die Auferstehungshoffnung richten, die an der Auferstehung Jesu hängt.
Das Osterereignis
Jesus stand an Ostern von den Toten auf. Unser Glaube wäre vergeblich, wenn Christus nicht auferstanden wäre. Das Wunder der Auferstehung schenkt uns die Gewissheit, dass auch wir im Glauben an ihn auferstehen werden. Das macht Ostern so hoffnungsvoll und motiviert uns, der Osterfreude nachzujagen. Im traditionellen Ostergruss rufen wir: „Der HERR ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Christi Auferstehung eröffnet das Leben bei Gott, das nie mehr endet. Ostern ist nicht nur das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr, sondern auch das Fest der Hoffnung: Nach dem Tod bricht das Leben durch, so wie der Frühling die Natur in neuer Kraft erwacht. Ostern ist das Fest des Lebens, weil Jesus uns versprochen hat: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 15,19)
Markus Zogg, Sozialdiakon