Impulse für den Glauben - fünfter Teil - XII
In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Peter Zimmerling:
„HIRTE, MEISTER, FREUND“ - Überrascht von der Seelsorge Jesu.
Brunnen Verlag GmbH, Giessen
Peter Zimmerling (1958) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er arbeitet als Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Seelsorge an der Universität Leipzig. Er ist Domherr zu Meissen und Autor zahlreicher Bücher.
Seelsorgegeschichten aus den Evangelien
Die Evangelien enthalten eine Fülle von Seelsorgegeschichten, die als Glaubenshilfe, als Zuspruch von Vergebung und als Lebenshilfe auch für uns von Bedeutung sind.
Seelsorge als Zuspruch von Vergebung
Jesus und der Ehebruch (Johannes-Evangelium Kp. 8)
Den Pharisäern war jedes Mittel recht, Jesus mit dem Gesetz auf die Probe zu stellen. Die Bestimmungen der Tora waren doch klar! Sie waren überzeugt, dass Jesus gar nicht anders konnte, als ihrem Urteil zuzustimmen. Doch Jesus liess sich von ihnen nicht aufs Glatteis führen. Er besass die Gabe der Herzenserkenntnis. Dostojewski deutete das Verhalten Jesu so: „Weil er so viele Beichten gehört hatte, wurde sein Geist so hell, so durchdringend, dass er sofort wusste, was der Mensch, wer immer er auch war, ihm mitteilen wollte.“
Jesus sagte zur Frau genau den Satz, den die Schriftgelehrten und Pharisäer hören wollten: „So verdamme ich dich auch nicht.“ Jetzt hatten sie endlich etwas gegen Jesus in der Hand. Jesus missachtete die Weisungen der Tora.
Womöglich regt sich auch in unseren Herzen ein Widerstand gegen die Bereitschaft Jesu, bedingungslos zu vergeben. Was soll aus der Gesellschaft werden, wenn Vergebung derart einfach zu bekommen ist? Droht nicht Gesetzlosigkeit, die von Gott für das menschliche Zusammenleben vorgegebene Ordnung zusammenzubrechen?
Jesu Vergebung ermöglichte der Frau den Neuanfang und die Rückkehr in die Gesellschaft. Für unsere Zeit ist anstössig, dass Jesus die Frau ermahnt hatte, fortan nicht mehr zu sündigen. Wie passt das zusammen, die Zusage der Vergebung und die Ermahnung? Jesus vergibt ohne Voraussetzzungen. Er besteht darauf, dass die Ehe als gute Ordnung Gottes bestehen bleibt. Das Halten der Gebote ist heilsam, macht das Leben gesund und lässt es gelingen. Wenn wir Gottes Willen tun und seine Gebote halten, verlieren die Mächte der Zerstörung, die unser Leben ständig belauern, ihre Macht über uns.
Fragen zum Nachdenken:
- Wo in meinem Leben lauern negative Einflüsse, die mir schaden wollen?
- Wie denke ich über mich, wenn ich versagt habe? Kann ich die Vergebung Gottes annehmen?
- Wie denke ich über andere, die an mir schuldig geworden sind? Kann Vergebung zusprechen?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.