Impulse für den Glauben - fünfter Teil - XI
In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Peter Zimmerling:
„HIRTE, MEISTER, FREUND“ - Überrascht von der Seelsorge Jesu.
Brunnen Verlag GmbH, Giessen
Peter Zimmerling (1958) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er arbeitet als Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Seelsorge an der Universität Leipzig. Er ist Domherr zu Meissen und Autor zahlreicher Bücher.
Seelsorgegeschichten aus den Evangelien
Die Evangelien enthalten eine Fülle von Seelsorgegeschichten, die als Glaubenshilfe, als Zuspruch von Vergebung und als Lebenshilfe auch für uns von Bedeutung sind.
Seelsorge als Zuspruch von Vergebung
Befreiung von der Macht des Geldes (Lukas-Evangelium Kp. 19)
Zachäus war ein erfolgreicher Wirtschaftsmanager und konnte sich leisten, was er wollte. Er hatte von der römischen Besatzungsmacht die Steuerhoheit für ein bestimmtes Gebiet um Jericho herum erworben. Jericho war eine Grenzstadt. Dadurch kamen noch Einnahmen aus dem Zollwesen dazu. Der Chefposten eines ganzen Finanzimperiums in der Antike zu sein war eine sehr lukrative Einkommensquelle. Zachäus hatte an die Römer einen bestimmten Steuerbetrag für sein Gebiet abzuführen. Auf welche Weise er das Geld eintrieb und wie viel Geld er darüber hinaus einnahm, war den Römern egal. Weil er mit den heidnischen Römern zusammenarbeitete, war er in der jüdischen Gesellschaft geächtet.
Warum wollte Zachäus überhaupt Jesus sehen? Es muss Neugierde gewesen sein. An einem Verkehrsknotenpunkt wie Jericho war man informiert über alle wesentlichen Geschehnisse im In- und Ausland. Es war bekannt, dass Jesus sich davor nicht scheute, mit Sündern, Huren, Wirtschaftskriminellen und Zöllnern zusammen zu sein. „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Busse“ (Lukas-Evangelium 5,31f). Sicher hatte Zachäus auch von den spektakulären Heilungen Jesu gehört.
Zachäus wusste, was er wollte: um jeden Preis Jesus sehen! Er lief die Strasse entlang und kletterte auf einen Baum. Dort konnte er alle Vorbeiziehenden gut sehen. Völlig unterwartet blieb Jesus unter dem Baum stehen. Das war die Stunde des kleinen Mannes. Zachäus war unzufrieden mit seinem bisherigen Leben. Nun geschieht das Unvorstellbare: seine Umkehr und seine Hinwendung zum Willen Gottes! Jesus war bei ihm zu Gast und nahm sich seiner verzwickten Lebenssituation an. Zachäus bekannte in aller Öffentlichkeit seine Sünde und lässt Wiedergutmachung geschehen. Der Weg der Busse, der Umkehr und des Umdenkens geht radikal von innen nach aussen.
Fragen zum Nachdenken:
- Welchen Stellenwert hat das Geld in meinem Leben?
- Was macht mich unzufrieden? Steht es in irgendeinem Zusammenhang mit Geld?
- Was ist es, das mich an Jesus fasziniert?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.