Impulse für den Glauben - fünfter Teil - VI
In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Peter Zimmerling:
„HIRTE, MEISTER, FREUND“ - Überrascht von der Seelsorge Jesu.
Brunnen Verlag GmbH, Giessen
Peter Zimmerling (1958) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er arbeitet als Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Seelsorge an der Universität Leipzig. Er ist Domherr zu Meissen und Autor zahlreicher Bücher.
Seelsorgegeschichten aus den Evangelien
Die Evangelien enthalten eine Fülle von Seelsorgegeschichten, die als Glaubenshilfe, als Zuspruch von Vergebung und als Lebenshilfe auch für uns von Bedeutung sind.
Seelsorge als Glaubenshilfe
Nikodemus – Er wollte herausfinden, ob Jesus wirklich der Messias sei. Er kannte Menschen, die Jesus von einer unheilbaren Krankheit geheilt hat und die ihre gesellschaftliche Würde dadurch wieder erlangten. Die Medizin stand damals erst in den Anfängen. Es gab noch keine Krankenkassen und keine Sozialversicherungen. Viele Fragen über Gott und den Glauben beschäftigten Nikodemus, trotz Theologiestudium und Professur. Nikodemus war Mitglied des jüdischen Hohen Rates. Er gehörte der politischen Elite Israels an.
Nikodemus ging bei Nacht zu Jesus, weil die kühle Nacht in der Antike häufig die Zeit war, wo man konzentriert ungestörte theologische Gespräche führen konnte. Vielleicht wollte er auch nicht mit Jesus zusammen gesehen werden. Nikodemus war sich zwar sicher, dass Jesus ein besonderer Mensch sein musste. Aber Jesus war kein Akademiker und er kam aus Galiläa: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ (Johannes 1,46)
Nikodemus redete Jesus mit Rabbi, Meister, an. Was Jesus daraufhin zum ihm sagte, war irritierend: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes, 3,3) Ein alt gewordener Mensch kann doch nicht von Neuem geboren werden? Das ist doch unmöglich! Wie Nikodemus hätten womöglich auch wir reagiert. Jesus versuchte es wie folgt zu erklären:
„Natürliches Leben bringt natürliches Leben hervor; geistliches Leben wird aus dem Geist geboren… Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht, weisst du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist… (Johannes 3,7-8) … Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht. Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. (Johannes 3,16-17).“
Fragen zum Nachdenken:
- Wie verstehen wir die Worte von Jesus aus Johannes 3?
- Was bewirkt der Heilige Geist, damit ein Mensch zum Glauben an Gott findet?
- Welches sind unsere Erfahrungen mit dem Heiligen Geist?
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.