Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - fünfter Teil - V

Buch Hirte Meister Freund (Foto: Markus Zogg)

In unserer neuen Serie „Impulse für den Glauben“ besprechen wir das Buch von Peter Zimmerling:

„HIRTE, MEISTER, FREUND“ - Überrascht von der Seelsorge Jesu.

Brunnen Verlag GmbH, Giessen
Peter Zimmerling (1958) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Er arbeitet als Professor für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Seelsorge an der Universität Leipzig. Er ist Domherr zu Meissen und Autor zahlreicher Bücher.

Bilder und Titel für Jesus als Seelsorger

Jesus vergleicht sich selber mit einem „Guten Hirten“, einer „fürsorglichen Henne“ und einem „liebenden Vater“. Ihm werden Titel wie „Meister“, „Heiland“ oder „Freund“ zugeteilt.

Der Titel „Heiland“

Die ursprüngliche Wortbedeutung von Heiland, welche vom Mittelhochdeutschen, Althochdeutschen und Altsächsischen ‚heilant‘ geleitet wird, ist Erlöser, Erretter und Helfer. Im Zentrum des Bildes vom Heiland steht die Einladung an die Mühseligen und Beladenen aus Matthäus 11,28-30): „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch (schwere Last) und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen…“ Das seelsorgliche Handeln Jesu als Heiland ist nicht gleichzusetzen mit Wellness und Entspannung. Es ist untrennbar verbunden mit dem Engagement für die Sache Gottes. Das Ziel von diakonischem Handeln ist nicht, die Menschen in Abhängigkeit zu bringen, sondern zur Selbsthilfe zu befähigen.

Der Titel „Meister“

Zur Zeit Jesu war es üblich, dass die Schüler sich ihren Rabbi wählten. Anders bei Jesus. Er wählte seine Jünger selber aus und bildet mit ihnen eine Lern- und Lebensgemeinschaft. Sie mussten nichts bezahlen, weder für den Lebensunterhalt noch für die Ausbildungskosten. Das Ziel von Jesus war nicht Wissensvermittlung und auch nicht, dass die Jünger eines Tages selbst zu neuen Meistern wurden. Sie blieben seine Nachfolger und sollten in die Lage versetzt werden, die frohe Botschaft des Evangeliums von Jesus zu verbreiten.

Der Titel „Freund“

„… Niemand hat grössere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde…“ Diese Worte von Jesus zeigen, welche Beziehung er zu seinen Nachfolgern hat. Er pflegt nicht die traditionelle rabbinische Vorstellung von Lehrersein. Nicht die Übereinstimmung im Denken, sondern die Liebe zueinander macht das Fundament der Beziehung aus. Die Beziehung baut auf Verständnisbereitschaft, Vertrauenswürdigkeit, Nähe, Freiwilligkeit, Unabhängigkeit und Gewähren von Freiräumen. So stellt sich Gott seine Beziehung zu uns Menschen vor; keine patriarchalischen und autoritären Strukturen! Gott ist kein Verderber von Glück und Freude. Er hält uns nicht im Zwinger von engen Gesetzen und Verhaltensregeln. Das ist auch die frohe Botschaft für uns Menschen.


Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.


Bereitgestellt: 08.02.2024