Impulse für den Glauben - vierter Teil - V
Als Grundlage dient das Buch von Otfried Höffe:
«Die hohe Kunst des Alterns: Kleine Philosophie des guten Lebens»
In Würde glücklich altern: Altern will gelernt sein
Es ist bekannt, dass „Alter nicht vor Torheit schützt“. Allzu viele Menschen werden im Alter mürrisch und verbittert. Oder sie verhärten sich, wohinter sich allerdings oft Ängste verbergen: dass die Zeit davonläuft, dass man in Einsamkeit vor sich hin altert. Der Poet würde sagen:
„Wehe dem, der nicht im Schutz der Liebe altert.“
Das alte Wort „mens sana in corpore sano“ („ein gesunder Geist in einem gesunden Leib“) erinnert uns daran, dass der Mensch ein mehrdimensionales Wesen ist. Die Alterskunst nimmt alle vier „L“-Dimensionen in den Blick und bemüht sich um deren gemeinsame Förderung.
LAUFEN (körperliche Bewegung):
Wir haben einen Bewegungsapparat, der nicht vernachlässigt werden darf. Wir stärken unsere Muskeln, wirken Gelenkerkrankungen entgegen und werden von Ärger und beruflichem Stress abgelenkt. Die Spanne qualitativ hochrangiger Lebensjahre wird erheblich verlängert.
LERNEN (geistige Fähigkeit):
Wir haben einen Geist, der nicht einrosten darf. Menschen, die z.B. mehr als 30 Minuten pro Tag lesen, verlängern ihre Lebenserwartung um etwa zwei Jahre!
Bildung ist einer der wirksamsten Wege, nicht unnötig rasch zu altern. Bildung macht auch widerstandsfähiger gegen Demenz.
LIEBEN (Sozialkontakte):
Wir sind Sozialwesen. Es geht um den bunten Strauss von Sozialbeziehungen (Partnerschaft, Verwandtschafts- und Freundschaftsbeziehungen), wo die wichtigste Tugend, die Freundschaft, gepflegt wird. Anerkennung und das Gefühl, geliebt zu werden, wirken stärker als viele Arzneimittel.
LACHEN (unbeschwerte Lebensfreude):
Wir haben eine Seele, die sich lieber freut als ärgert. Es geht um die emotionale Seite des Menschen, um Entspannung, Lebensfreude und Lebenslust. Wer sie beherrscht, kann gegen Ende des Lebens sagen: „Schön war’s“. Ein Lächeln ist das beste Make-Up. In poetischen Worten ausgedrückt:
„Lachen ist Musik der Seele“.
Die vier „L“ arbeiten der Altersschwäche entgegen, indem sie sie in die fernere Zukunft verschieben. Deswegen tut man gut daran, früh genug mit dem Training zu beginnen. Die Erfahrung lehrt, dass mit fortschreitendem Alter der Körper immer mehr auf seinen Kopf, den Geist, angewiesen ist. Geist zeigt sich auch in der Fähigkeit zur lebensklugen Selbsteinschätzung. Die Lebensklugheit rät, frühzeitig anspruchsvolle Hobbies zu pflegen. Wer jedoch in jungen Jahren Raubbau an seiner Gesundheit und Seele treibt, muss für diesen Lebenswandel später den fälligen Tribut zahlen.
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.