Vorbilder für eine Alterskunst (II):
ARTHUR SCHOPPENHAUER
Arthur Schoppenhauer (1788-1860) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer. Er sah sich als Schüler von Immanuel Kant, dessen Philosophie des Realismus er als Vorbereitung seiner eigenen Lehre auffasste. Der Realismus stellt den Christlichen Glauben in Frage und verneint leider die Existenz Gottes.
Trotzdem hat Schoppenhauer hilfreiche Lebensweisheiten fürs Alter:
- Nur wer alt wird, erhält eine vollständige und angemessene Vorstellung vom Leben.
- Die ersten 40 Jahren unseres Lebens liefern den „Text“, die folgenden 30 Jahren den „Kommentar“ dazu, der uns den wahren Sinn und Zusammenhang des Textes zu verstehen lehrt.
- Im Alter versteht man besser, die „Unglücksfälle“ zu verhüten, in der Jugend, sie zu ertragen.
- Im Alter sehnt man sich zurück nach dem „verlorenen Paradies“ der Glückseligkeit, dem unüberbietbaren Wohlsein, der Gesundheit, dem Glück.
- Das Alter hat einen „gewissen gräulichen Anstrich“. Man hat die Nichtigkeit des Lebens erkannt. Die Gemütsruhe wird zu einer Heiterkeit in Grau. Die üblichen Massstäbe des Lebens, die Gegensätze von Gross und Klein, Vornehm und Gering, verlieren ihren Wert.
- Das Nachlassen der Kräfte ist kein blosser Nachteil. Es ist wichtig, dass im Alter alle Leidenschaft und Vitalität verbraucht ist, und das Gefühl aufkommt, in biblischer Sprache, „des Lebens satt“ zu sein. Sonst wird der Tod zu schwer.
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.