Zehn Argumente für den christlichen Glauben (I)
Vor fast 100 Jahren diskutierten der Oxforder Professor C.S. Lewis (1898-1963) und der britische Schriftsteller und Philologe J.R.R. Tolkien (1892-1973) in einem Gespräch über die Glaubwürdigkeit des christlichen Glaubens. Später wandte sich C.S. Lewis deswegen dem christlichen Glauben zu und formulierte denkwürdige Argumente für den christlichen Glauben, von denen wir in diesem «Impuls für den Glauben» die ersten fünf präsentieren.
1) «Wenn das Christentum falsch ist, ist es bedeutungslos; wenn es stimmt, ist es von unendlicher Bedeutung. Was es nicht sein kann: ein bisschen wichtig.
2) «Ein Mann, der als blosser Mensch die Aussagen von Jesus macht, wäre kein grosser moralischer Lehrer. Er wäre entweder verrückt – ungefähr so wie der Mann, der sagte, er sei ein Spiegelei – oder er wäre der Teufel persönlich. Du musst dich entscheiden: entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes, oder er ist verrückt oder schlimmer. Man kann ihn als Narr einsperren, man kann ihn anspucken und ihn als Dämon töten; oder man kann zu seinen Füssen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber kommen Sie mir nicht mit diesem moralisierenden Quatsch, er sei ein grosser menschlicher Lehrer. Diese Option hat er uns nicht offengelassen. Das wollte er nie.»
3) «Jetzt den Unwissenden und Einfältigen zu spielen, der den Feinden nicht auf ihrem eigenen Boden begegnen kann, würde bedeuten, dass wir unsere Waffen wegwerfen und unsere einfachen Brüder im Stich lassen, die ausser Gott niemand anderen als uns haben, um sie gegen die intellektuellen Angriffe der Heiden zu verteidigen. Gute Philosophie ist nötig – und sei es aus dem einzigen Grund, dass schlechte Philosophie beantwortet werden muss.»
4) «Angenommen, es gäbe keine Intelligenz hinter dem Universum, keinen schöpferischen Plan. In dem Fall hätte niemand mein Gehirn zum schöpferischen Denken geschaffen. Die Atome in meinem Gehirn würden sich – aus physikalischen oder chemischen Gründen – einfach so bewegen und arrangieren, dass es mir als Nebenprodukt das Gefühl gibt, das ich Gedanken nenne. Aber warum kann ich dann meinem eigenen Denken vertrauen, dass es wahr ist? Das ist so, als wenn man einen Kessel Milch ausschüttet und hofft, dass sie einem eine Karte von London gibt. Aber wenn ich meinem eigenen Denken nicht trauen kann, kann ich natürlich auch den Argumenten nicht trauen, die zum Atheismus führen. Darum habe ich keinen Grund, Atheist oder sonst was zu sein. Wenn ich nicht an Gott glaube, kann ich meinem Denken nicht trauen. Darum kann ich nie das Denken benutzen, um Unglauben zu beweisen.»
5) «Wenn ich eine Sehnsucht in mir finde, die keine Erfahrung in dieser Welt befriedigen kann, ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass ich für eine andere Welt gemacht bin.»
Impulse für den Glauben - dritter Teil - XXIII
Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.
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oder Sozialdiakon Markus Zogg.