Hoffnung auf Gerechtigkeit (II)
Gerechtigkeit bedeutet gleiche Behandlung für alle. Alle Menschen sind gleichermassen zum Bilde Gottes erschaffen. Alle haben das Recht, mit gleicher Fairness und gleichem Respekt behandelt zu werden, unabhängig von Ethnie, Schicht, Geschlecht, Fähigkeit und Verhalten. Dazu gehören auch die vielen Flüchtlinge, die in unserem Land sind.
Gerechtigkeit bedeutet radikale Grosszügigkeit. Wir sind bloss Verwalter unseres Besitzes, weil wir unseren Besitz nicht selber verdient, sondern als Geschenk erhalten haben. Wären wir an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit geboren oder unter anderen sozialen und äusseren Umständen, hätten wir es womöglich mit noch so viel Arbeit nicht weit gebracht.
Gerechtigkeit ist Eintreten für die Machtlosen. Die Bibel fordert uns heraus: «Öffne deinen Mund für die Stummen, für das Recht all derer, die sonst niemand haben… Verschaffe den Armen und Schwachen ihr Recht!» (Sprüche 31,-8-9). Und in Psalm 41,2 lesen wir: «Glücklich zu preisen ist, wer anderen Menschen in Not zur Seite steht!»
Gerechtigkeit ist Aufgabe des Einzelnen und der Gesellschaft. Jede Christin, jeder Christ kann sich für Arme und Unterdrückte einsetzen. Auch sie sind zum Ebenbild Gottes erschaffene Menschen. Auch wenn kollektive Verantwortung und sündige Strukturen in unserer Welt Realitäten sind, legt die Bibel doch das grösste Gewicht auf die Verantwortung des Einzelnen.
- Gibt es einen Bereich in Sachen Gerechtigkeit in meinem Leben, bei dem ich meine Meinung ändern sollte?
- Wie konkret könnte die Veränderung geschehen und wie würde das Resultat aussehen?
Impulse für den Glauben - dritter Teil - XIX
Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.