Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - dritter Teil - IX

Buch Hoffnung in Zeiten der Angst (Foto: Markus Zogg)

Als Grundlage dient das Buch von Timothy Keller:
«HOFFNUNG IN ZEITEN DER ANGST: Wie die Auferstehung die Welt verändert»
Umgekehrte Verhältnisse

Zu Zeiten Jesu stand die Botschaft vom Reich Gottes im Widerspruch zu allen Massstäben und Denkkategorien der Welt. In unserer Zeit wird der christliche Glaube eher als etwas Traditionelles denn als etwas Radikales oder Revolutionäres gesehen. Der Hauptgrund für dieses Missverständnis ist, dass wir die Bibel als eine Sammlung von Geschichten darüber sehen, wie wir uns selber retten können, indem wir moralisch leben. Wir sehen sie nicht als das, was sie in Wirklichkeit ist: als die grosse, in sich geschlossene Geschichte, wie Jesus Christus die Welt durch seinen Tod und seine Auferstehung erlöst.

Die Welt erwartete, dass ein Retter kommen würde, der sich in Stärke und Macht präsentiert. Aber er kam in Schwachheit und um zu dienen. Für uns Christen ergeben sich daraus drei entscheidende Konsequenzen:
  • Wir erreichen das Reich Gottes nicht, indem wir all unsere Kräfte mobilisieren, um ein tugendhaftes Leben zu führen. Wir empfangen das Heil durch die Schwäche der Reue und Busse.
  • Wir leben, wachsen und dienen in diesem Reich. Wir üben nicht Macht aus, sondern wir sind hier, um zu vergeben, zu opfern und zu dienen.
  • Wir beginnen die Welt mit anderen Augen zu sehen. Wir verehren nicht mehr die Kompetenten, Starken und Erfolgreichen. Wir verneigen uns nicht mehr vor den Reichen, Brillanten und Fähigen, sondern wir reichen den Schwachen und denen, die am Rand stehen, die Hand.

Die erstaunliche Botschaft der Bibel ist, dass das Leben jedes Menschen im Rahmen eines von zwei Grundmustern verläuft:
  • Die guten Dinge dieser Welt, die uns als lauter Segen erscheinen (Schönheit, Macht, Komfort, Erfolg, Anerkennung), aber die wir ohne Gott empfangen, werden zu Flüchen, die uns versklaven und verzehren.
  • Die schweren Dinge dieser Welt, die uns als Flüche erscheinen (Schwachheit, Entbehrung, Verlust und Zurückweisung), aber die wir im Glauben an Gott annehmen, verwandeln sich in Segen.

Der Weg zu den besten Dingen verläuft nicht über die guten Dinge, sondern üblicherweise über die schweren Dinge.

Impulse für den Glauben - dritter Teil - IX

Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.

Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 22.06.2023