Die Klangfarben
Die 4. Resonanz:
HÖREN und TUN
«Hören» und «Tun» sind zwei Kräfte, die sich durch die ganze Bibel ziehen. Die ersten Menschen haben zwar gehört, was Gott gesagt hatte, aber sie handelten nicht in seinem Sinn. Der Pharao hatte zahlreiche Chancen auf Gott zu hören und das zu tun, was Gottes Wille entsprechen würde. Aber er hatte andere Interessen. Die Propheten erhoben den Mahnfinger, aber das Volk wollte nicht hören. Könige sind gekommen und Könige sind wieder verschwunden. Auch Jona meinte, er könnte Gott ignorieren. Er wusste genau, was er zu tun gehabt hätte, aber der Mut hatte ihn verlassen. Die Konsequenzen ihres widerspenstigen Charakters hatten die Menschen der Bibel selber tragen müssen. Jesus sprach häufig in Gleichnissen zu den Menschen, so auch am Ende der Bergpredigt. Sein Fazit:
«Der kluge Mensch ist, wer meine Rede hört und sie tut (Matthäus 7,24).»
Wer hört, aber nicht danach handelt, verfällt dem Intellektualismus. Der Glaube wird reduziert auf ein anregendes Gedankensystem. Jesus sagt dazu: Was dem Menschen Halt und Reife gibt, ist nicht seine Weisheit, sondern seine Tat.
Wer hingegen nur handelt, aber auf das Hören verzichtet, verhängt sich im Pragmatismus. Alle Dinge sind dann einfach eine Rezeptsammlung. Die Liebe für die Sache an sich fehlt. Gott und die Welt werden als banal dargestellt.
Mit dieser einseitigen Haltung ist es schwierig vor Gott ein hörender Mensch zu sein. Oft verstehen wir Dinge, die wir hören, lesen oder die uns passieren, erst im Nachhinein. Da hilft es nicht, jedes Mal zu fragen: «Was bringt mir das?». Ein hörendes Herz braucht diese Liebe, in der Dinge wachsen und reifen können.
Fragen zur Reflektion:
- Was ist bei mir ausgeprägt: Das Hören oder das Tun?
- Bin ich für meine Mitmenschen eine gute Zuhörerin, ein guter Zuhörer?
- Was bedeutet mir der Glaube? Ist es nur ein spannendes Gedankensystem? Oder lebe ich nach dem Rat von Jesus: «Der kluge Mensch ist, wer meine Rede hört und sie tut.»?
- Was meint Jesus mit «meine Rede»? Welche Ansprüche stellt Jesus damit an uns?
- Mit welchen Taten können wir als Christen in dieser Welt zur Glaubwürdigkeit unseres Glaubens beitragen?
Lasst uns ein betendes und hörendes Herz haben, damit wir mit Gottes Hilfe fähig sind, richtig hinzuhören und das Richtige zu tun.
Impulse für den Glauben - zweiter Teil - XVII
Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.
Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.