Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - VII

Als Grundlage dient das Buch von Martin Schleske:
«DER KLANG: Vom unerhörten Sinn des Lebens»
Das grössere Bild sehen

«Auf einer Baustelle arbeiteten drei Männer. Jeder hatte einen Spaten, mit dem er in der Erde grub. Der Erste wirkte lustlos und müde. Jemand fragte ihn: «Was tust du da?» Er antwortete: «Ich grabe ein Loch.» Der Zweite wirkte fröhlicher. Auch ihn fragte man: «Was tust du da?» Er antwortete: «Wir legen ein Fundament für eine grosse Mauer.» Auch der Dritte grub in die Erde. Er war unermüdlich in seiner Arbeit und trotz seiner Erschöpfung voll Freude und Geisteskraft. Auf die Frage: «Was tust du da?» antwortete er: «Wir bauen eine Kathedrale!»

Es ist eine Frage der Perspektive. Worauf wir unseren Fokus richten, das ist in unserem Blickwinkel. Und das beeinflusst unsere Stimmungslage. Wir können lamentieren, wie schwierig das Leben ist. Wir können dankbar sein, dass wir leben. Wir können besorgt sein über die Klimaerwärmung. Wir können aktiv etwas für den Klimaschutz tun. Wir können uns aufregen über die unermessliche Lebensmittelverschwendung in unserem Land. Wir können bewusst einkaufen und nach dem Grundsatz leben «weniger ist mehr». Wir können unsere Politiker kritisieren. Wir können stolz sein auf unsere Demokratie. Wir können uns über die Zugverspätungen und den Autoverkehr ärgern. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir ein gutes und dichtes Verkehrsnetz haben. Wir können uns über Menschen aufregen. Wir können versuchen die Fünfe gerade sein zu lassen. Wir können Gott für unsere schwierigen Lebensumstände verantwortlich machen. Wir können ihm danken, dass wir ihn kennen und mit ihm ins Gespräch kommen dürfen.

Wir verlieren uns leider häufig im Negativen und haben nur unsere beschränkte Sicht im Blickfeld. In der Begegnung und im Gespräch mit anderen Menschen können wir erfahren, dass es noch andere Sichtweisen gibt. Diese können uns helfen, die grösseren Zusammenhänge zu entdecken. Auch mit dem christlichen Glauben ist es so. Es gibt einen «roten Faden», der sich durch das Alte und Neue Testament hindurchzieht. Vieles können wir besser verstehen, wenn wir erfahren, für welches Zielpublikum oder in welcher Zeit etwas geschrieben wurde.

Fragen zur Reflektion:
  • Die Sichtweise von welchem der drei Bauarbeiter entspricht am ehesten meiner Sicht?
  • Was sind die Dinge, die ich als negativ betrachte? Welche positive Einstellung könnte ich einüben?
  • Welche Menschen in meinem Umfeld strahlen Freude, Ruhe und Zufriedenheit aus?
  • Habe ich diese Leute schon einmal gefragt, was ihr «Geheimnis» ist, weshalb sie eine grundlegend positive Lebenseinstellung haben?

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - VII

Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.

Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.

Bereitgestellt: 22.12.2022