Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - II

Grannen-Kiefer (Foto: commons.wikimedia.org)

Als Grundlage dient das Buch von Martin Schleske:
«DER KLANG: Vom unerhörten Sinn des Lebens»
Die Bergfichte

In der Bergfichte begegnet uns ein Gleichnis. Ihre Äste strecken sich dem Licht entgegen und lassen wachsen, wovon sie lebt. Nur durch das Licht bilden sich Nadeln aus und werden dem Baum zur Kraft. Für alles Lebendige gilt: Was sich dem Licht entzieht, das stirbt! Die Bergfichte wirft die im Dunkel liegenden toten und verdorrten Äste ab. In ihnen ist kein Leben. Aber gerade dort, wo sie das Tote abgeworfen hat, entsteht die Substanz des Klanges!

Ein klingendes Leben erfordert von uns Weisheit und Mut. Es bedeutet zu fragen, von welchen toten Dingen man sich endlich trennen soll. Wir müssen lernen, uns in allen Lebensbereichen, allen Zweigen und Trieben unseres Daseins dem Licht entgegenzustrecken.

Christus spricht: «Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» (Joh. 8,12)

«Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.» (1. Joh. 1,5)


Das Leben muss erlernt werden! Es bedeutet, sich von Dingen zu trennen, die nicht recht sind; Machenschaften, die sich vor dem Licht verbergen müssen, wo keine Aufrichtigkeit, keine Wahrhaftigkeit, keine Gerechtigkeit, keine Barmherzigkeit, keine Versöhnung ist. Ein klingendes Leben hat gelernt, zu opfern, was tot und unrecht ist. Ein solches Leben aus der Armut vor Gott wird bewusster, konzentrierter, leidenschaftlicher und tragfähiger sein. Aus Zeiten der Bewusstheit und Stille heraus werden wir fähig, Zweige abzuwerfen.

Nicht alles Mühsame ist gegen uns, und nicht alles Einfache ist ein Segen. Auf fetten Böden, im milden Klima, wachsen die Bäume kraftvoll und schnell. So sind oft auch die Optionen unseres materiellen und geistigen Reichtums, den wir für Segen halten: fett und schnell gewachsen, doch ungeeignet zum Klang. Aber das neue Leben ist eine Qualität der Ewigkeit, die in unserer Mühsal und Anfechtung heute schon anbrechen kann. Unsere Berufung braucht diese Bewährung. Nur darin erwächst der Klang.

Fragen zur Reflektion:
  • Von welchen «toten Dingen» muss ich mich trennen?
  • Mangelt es mir an Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit?
  • Lebe ich in Unfrieden mit irgendjemandem? Ertappe ich mich in meiner Unbarmherzigkeit anderen Menschen gegenüber?
  • Baue ich mein Leben auf «fetten Böden»? Ist mir materieller und geistiger Reichtum wichtiger als das Bewusstsein «arm» zu sein vor Gott?

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - II

Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.

Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 17.11.2022