Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - I

Buch Der Klang von Martin Schlekse (Foto: Markus Zogg)

Als Grundlage dient das Buch von Martin Schleske:
«DER KLANG: Vom unerhörten Sinn des Lebens»
Der Sängerstamm – Von der Suche des Herzens

«Auch alle Bäume im Wald sollen singen.» (Psalm 96)

Die Alten wussten, wie man die «Sänger» findet: In den Hochlagen. Die Suche war mühselig und anstrengend und erforderte viel Geduld und Ausdauer. Bei einzelnen Stämmen, die nach dem Holzschlag den Steilhang in den Windbrüchen hinabstürzen, klingt der Aufprall wie ein Glockenschlag, der nicht mehr ausschwingen wollte, klar und frei und hell im Ton. Diese waren die «Sänger». Der Meister erkannte so unter den vielen Stämmen jene «Sängerstämme», die sich besonders für den Geigenbau eigneten.
In den Hochlagen sind diese Bäume, meist Bergfichten, eng beieinander und formen so ihre astfreien, gut vierzig Meter hohen, stolzen Stämme. Über zwei oder drei Jahrhunderte hinweg wachsen sie langsam. Im Verlaufe ihres langsamen Wachstums werfen sie ihre unteren Äste ab. Für eine optimale Akustik im Musikinstrumentenbau ist ihr Holz allen anderen natürlichen Materialien weit überlegen.

«Ein grossartiges Klangholz findet sich nicht nebenbei.»

Wie bei den Bergfichten verlangt der Klang des Lebens auch in unserem Leben so einiges: Höhen, Tiefen, Brüche und Widrigkeiten. Unser Leben verläuft nicht auf festgelegten Bahnen. Es ist ein Pfad durch einen Dschungel an Optionen. Nicht der Lärm dieser Welt und auch kein Besitz bringen uns näher zu uns selbst und zu Gott. Es ist die manchmal fast nicht auszuhaltende Stille, wo das Wesentliche an die Oberfläche kommen kann und uns näher an Gottes Herz bringt. Gott sucht uns eifrig und hat uns ein Herz gegeben, damit auch wir ihn suchen können. Aber wer trägen Herzens ist, dessen Leben wird nicht klingen. Gott finden erfordert viel Ausdauer und Geduld. Gottes Klang zu hören erfordert Feingespür. Und im Einklang mit den Ideen und Vorstellungen zu stehen, die Gott für unser Leben hat, ist noch viel schwieriger. Es hat damit zu tun, dass wir häufig an der bedingungslosen Liebe zweifeln, die Gott zu uns Menschen hat. Und für viele ist die frohe Botschaft vom Evangelium zu einfach um daran glauben zu können. Der Psalmist hat es treffend gesagt:

«Die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.» (aus Psalm 69)

Fragen zur Reflektion:
  • Welche Klänge erklingen in meinem Herzen? Sind es Klänge der Trauer, der Freude, der Zufriedenheit, der Mutlosigkeit …?
  • Wie hat es sich angefühlt, als mein Herz das letzte Mal so richtig aufleben konnte?
  • Wann habe ich Gott das letzte Mal so richtig gesucht?
  • Wie würde ich folgenden Satz zu Ende schreiben: «Die Frohe Botschaft vom Evangelium ist für mich …»

Wer möchte, darf mir seinen Satz bis spätestens am 16. November schicken an: markus.zogg@ref-brunnen-schwyz.ch

Alle eingegangenen Sätze werden zusammengetragen und dann anonym bei den nächsten Impulsen für den Glauben auf unserer » Website veröffentlicht.
Impulse für den Glauben - zweiter Teil - I

Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.

Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 10.11.2022