Markus Rosenfelder

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - Einführung

Buch Der Klang von Martin Schlekse (Foto: Markus Zogg)

Als Grundlage dient das Buch von Martin Schleske:
«DER KLANG: Vom unerhörten Sinn des Lebens»
In seinem Buch «Der Klang» nutzt Martin Schleske 1) den zeitgenössischen Geigenbau, um ihn mit Gleichnissen und Beispielen für einen wachsenden persönlichen christlichen Glauben und ein glaubwürdiges Leben darzustellen. Gott wolle von uns nicht unterwürfigen Glauben und Gehorsam, sondern Demut, damit von ihm Geschenktes sich in uns entfalten, wachsen und werden könne. Gott wolle dialogfähige, mündige Menschen, er nehme uns als einmalige Personen ernst.

Martin Schleske beginnt sein Buch mit Worten von Friedensreich Hundertwasser (1928-2000), der zu den populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt. Wegen seiner jüdischen Herkunft verlor Hundertwasser gegen Ende des zweiten Weltkrieges 69 seiner Familienangehörigen, die deportiert und ermordet wurden, so auch seine Tante und Grossmutter. Hundertwasser war Maler, Grafiker, Architekt und ökologischer Aktivist. Er verstarb am 19. Februar 2000 an einem Herzversagen an Bord der Queen Elisabeth II. auf hoher See.

Friedensreich Hundertwasser schrieb 1952 für eine Ausstellung in Wien:

«Wir sind nicht mehr fähig, Gleichnisse zum Leben zu schaffen.
Wir sind nicht mehr fähig zu gestalten, die Ereignisse um uns zu deuten, ja nicht einmal zu erkennen. Dadurch haben wir aufgehört, Ebenbilder Gottes zu sein, und unser Dasein besteht zu Unrecht. Wir sind eigentlich tot. Wir zehren von längst verwesten Erkenntnissen.
Lasst uns wieder die Fähigkeit suchen, Gleichnisse zum Leben zu schaffen.
Lasst uns die Fähigkeit einüben, zu gestalten, die Ereignisse um uns und in uns zu erkennen und zu deuten. Wir wollen uns wieder erinnern, Ebenbilder Gottes zu sein und darin unser Dasein begründen. Wir wollen Leben fördern und uns aufmachen für das Wagnis der Hoffnung.»


Der deutsche Künstler, Jens Wolf (*1949, am Fuss der Schwäbischen Alb) hat zu den Worten von Friedensreich Hundertwasser und zum Thema «Gleichnisse zum Leben» eine » Ausstellung gemacht.

Fragen zur Reflektion:
  • Wie sieht es aus bei uns: Wird unser Leben gestaltet? Oder gestalten wir unser Leben?
  • Was zeichnet den Menschen als Ebenbild Gottes aus?
  • «… aufgehört, Ebenbilder Gottes zu sein, …» -> Liegt darin evtl. ein Mitgrund, dass viele Menschen sich von Gott abkehren und damit die Sinnhaftigkeit am Leben verlieren können?
  • Wann haben wir zuletzt Erkenntnisse für uns Leben gewonnen?
  • Haben wir gelernt hinzuhören und hinzusehen?
  • Welche «Gleichnisse» zum Leben haben wir?


1) Martin Schleske (*1965 in Stuttgart) ist ein deutscher Geigenbauer von internationalem Ruf. Er gilt als einer der wichtigsten Geigenbauer unserer Zeit. Für ihn hat Geigenbau sowohl viel mit Materialkenntnissen, Handwerk und Wissenschaft als auch mit Inspiration und Schönheit zu tun, die sich in harmonischen Gegensätzen zeigt. Schleske meint, dass der Geigenbau bereits bei der genauen Betrachtung der Bäume, der aufwändigen Beschaffung und der differenzierten Auswahl des Holzes für das geplante Instrument beginne. Klänge auf der Geige seien keine eindeutige, sichere Sache, sondern sie bewegten sich zwischen Vertrautheit und Überraschung. Auch unser Leben bleibe spannend, wenn wir eine gesunde Spannung zulassen zwischen Leidenschaft und Gelassenheit, Verbindlichkeit und Freiheit, Wahrhaftigkeit und Güte, und weiteren gegensätzlichen Idealen, Werten und Tugenden.

Impulse für den Glauben - zweiter Teil - Einführung

Die „Impulse für den Glauben“ erscheinen wöchentlich am Donnerstag.

Wir sind gerne bereit für Seelsorgegespräche. Melden Sie sich bei Pfarrer Alexander Lücke
oder Sozialdiakon Markus Zogg.
Bereitgestellt: 03.11.2022