Diesen Monat sind wir nur knapp einem grösseren Hochwasser der Muota entgangen. Anderen geht es nicht so gut. Wenn Sie die Bilder der Überschwemmungen sehen, dürfen wir dankbar an die Hilfe denken, die unsere Kirchgemeinde 1910 durch den Protestantisch-Kirchlichen Hilfsverein Zürich erhielt.
Empfangene Hilfe sollte uns Ansporn zu gelebter Solidarität sein. Eine möglichkeit ist die Protestantische Solidarität Schweiz zu unterstützen, die auch heute noch Kirchgemeinden in Not beisteht.
» http://www.soliprot.ch/
Die Protestantische Solidarität schreibt über sich selbst:
Kernaufgabe unseres Werkes ist die Pflege von Strukturen in evangelischen Minderheitskirchen und -gemeinden in der Schweiz. Dazu gehören vor allem Bau und Unterhalt von kirchlichen Gebäuden. Damit sollen für Kirchen und Gemeinden zeit- und bedarfsgerechte Möglichkeiten zur Pflege des kirchlichen und gemeinschaftlichen Lebens geschaffen und erhalten werden.
Wir bringen mit unserm Wirken die Solidarität mit den Brüdern und Schwestern in der Diaspora zum Ausdruck. "Diaspora" meinte ursprünglich die zerstreut in einer fremden Umgebung Angehörigen einer Religion oder Konfession. Heute verstehen wir darunter auch Kirchen, die zwar immer noch viele Mitglieder zählen, aber bereits die Stellung einer Minderheit einnehmen.
Protestantische Solidarität Schweiz - Aemtlerstrasse 23 - 8003 Zürich
Spendenkonto: Protestantische Solidarität Schweiz, PC 40-27467-8 Basel
Aus unserem Kirchenarchiv
Aktenzeichen X 990.
Brunnen, d. 29. November 1910.
Herr Dekan J. Ganz, Zürich-Enge
Sehr geehrter Herr Dekan,
Mit Ihrer im Juli eingeholten Einwilligung haben wir nach Schluss der Saison im Oktober den Kirchboden reparieren lassen. Es zeite sich dabei, dass die Senkungen infolge der Überschwemmungen grösser waren, als man dem Augenschein nach angenommen hatte, nämlich etwa 15 Centimeter. Deshalb musste der gesamte Boden aufgerissen, neu zugeschüttet u. geebnet u. Mit Betonunterlage versehen werden. Die Kacheln wurden bei dieser Gelegenheit sämtlich unbrauchbar u. mussten durch neue im Wert von frs. 137,- ersetzt werden.
Infolgedessen kam die Reparatur ziemlich höher zu stehen, als wie gedacht, nämlich:
der Maurermeister mit allem Material u. Taglöhnen frs. 273.25 cts,
" Zimmermann für Aufreissen u. Neulegen " 55.35-
" Sigrist für Reinigen u. Aufstellen der Bänke " 8.-,
Summe " 336.60,
Von den Geldern für die Wasserbeschädigten konnte ich frs. 204- zurückbehalten, sodass nur eine Zahlung von frs. 132.60 cts zu machen ist, die unsere Gemeinde nicht leisten kann.
Die Gründe habe ich Ihnen seinerzeit in meiner Eingabe vom 13. Juli genannt u. daraufhin die Zusicherung von Ihnen erhalten, dass der Protest. - kirchl. Hilfsverein uns helfen werde, wenn es nötig werden sollte.
U. nun komme ich mit dem höflichen Gesuch an Sie, Sie möchten in Anbetracht, dass es sich um eine unvorhergesehene Sache u. um eine grössere Reparatur handelt, unser Anwalt beim Hilfsverein sein u. beantragen, dass uns die frs. 132.60 cts aus der Hilfsvereinskasse zugeschossen werden.
Wenn es Ihnen möglich wäre uns auf 4. Dez. (Kirchenzeitung?) ein ermunterndes Wort zu schicken, wäre ich Ihnen dankbar.
Indem ich Sie der Dankbarkeit unserer Gemeinde versichere u. Ihnen auch den besten Dank für Ihr Wohlwollen u. Ihre Mühe ausspreche, zeichne ich mit höflichem Gruss
Ihr ergebener
E. A. Bernoulli, Pfr.