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LOCATION:Ref. Kirche Brunnen\, Alte Kantonsstrasse 8\, 6440 Brunnen
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DESCRIPTION:Jesus sagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
  Johannes 14\, 6\n\nIn meiner Auszeit im Juni und dann auch noch daran
  anschliessend im Juli u.a. in meinen zwei Wochen Sommerferien habe ich
  viel gegrübelt. Eine Frage hat mich bewegt: Wie bin ich zu dem Menschen
  geworden\, der ich bin\, den Sie heute ganz real in Fleisch und Blut\,
  mit Herz und Seele vor sich haben. Ich bin noch ein wenig unsicher\, ob
  ich Ihnen jetzt lieber ein Märchen auftischen soll oder die historisch
  korrekte\, Wort für Wort wahre Geschichte. Was ist meine wahre
  Geschichte? Prüfen sie selber\, was sie von meinem Lebensweg als wahr
  anschauen. Später erzähle ich auch noch von Elija. Von ihm gilt
  natürlich dasselbe. Prüfen Sie gut\, was wahr ist...\n\nAufgewachsen\,
  das wissen einige\, bin ich auf einem Bauernhof im Baselbiet. 5 ältere
  Geschwister\, eine Schwester\, vier Brüder\, Kühe\, Hühner\, viele
  Hühner\, ein Vater und eine Mutter sie haben mich geprägt. Vor jedem
  Essen ist gebetet und gesungen worden. Beim Zmorgen nach der Stallarbeit
  haben wir eine Bibelstelle gelesen. Beim Znacht am Abend hat dann jemand
  die Auslegung im Bibelkalender vorgelesen. Auch wir Kinder haben ab und
  zu lesen dürfen\, vor allem dann\, wenn wir das Essen haben beenden
  wollen\, um endlich zu spielen zu können. \n\nVier meiner Geschwister
  haben Bauer bzw. Bäuerin gelernt. Ich aber habe mich abgrenzt\, ich habe
  keine Kuh melken wollen\, «bin keinen Traktor gefahren» und kann beides
  bis heute nicht\, obwohl unsere Schwiegereltern ironischerweise einen
  Traktor auf die Hochzeit geschenkt haben. Ich bin anders gewesen. Ich
  habe zwei linke Hände\, bin nicht geschickt im Umgang mit praktischen
  Dingen\, aber vor allem habe ich einfach meinen eigenen Weg gehen wollen.
  Ich habe viel gelesen\, alles was mir unter die Finger kam\, ich habe zu
  Hause als Leseratte gegolten und ich bin ein kleiner Naseweiss und
  Besserwisser gewesen. Sehr oft habe ich ganz andere Meinungen vertreten\,
  als das was in meiner Familie vorgeherrscht hatte. Ich habe mich
  aufgelehnt und habe liebevoll «als Rebell» gegolten. Irgendwie ist man
  sogar stolz auf mich gewesen.\n\nUnsere Familie ist pietistisch geprägt
  gewesen\, was bedeutet\, dass man täglich in der Bibel zu lesen hat und
  mit Gott eine Beziehung mit Gebet aufbaut und am Sonntag in die Kirche
  geht. Schon damals sind wir mit diesen Werten ein bisschen aus der Zeit
  gefallen... So habe ich es empfunden. Das anders-sein kann einsam
  machen\, ausgrenzen oder blossstellen\, weil man aus der Reihe tanzt.\n
 \nDas alles hat mein Verständnis der Welt geprägt. Ich habe verstanden\,
  die welche glauben\, kommen dann mal in den Himmel\, die Bösen aber in
  die Hölle. Das hat mir einerseits eine Art Grundvertrauen geschenkt\,
  dass die Welt aufgehoben ist. Aber ich habe auch Ängste aus diesem
  Gottesbild heraus entwickelt. Es hat in mir die Vorstellung ausgelöst\,
  dass ich ausgeliefert\, klein\, hilflos und ohnmächtig bin. Aber
  trotzdem habe ich mich nicht radikal gelöst\, sondern meinen Weg
  gesucht. Ich glaube\, ich habe mich auch nicht davon lösen können\,
  weil es mir intellektuell eingeleuchtet hat\, dass Gott existiert.\n\nDie
  Bibel hat bei uns als «Wort Gottes» gegolten\, ich habe gelernt\, dass
  man ihr nicht widerspricht\, was umso mehr meine Gegenworte ausgelöst
  hat\, aber auch ein «Chrüsimüsi» im Fühlen und Denken. Man hatte der
  Bibel zu glauben. Eigentlich auch wortwörtlich. Sie enthält die
  Wahrheit und nur sie. Ich habe gespürt das ist nicht nur falsch\, aber
  trotzdem zu einfach.\n\nMeine Strategie ist gewesen den Stier an den
  Hörnern zu packen. Und ich habe meine Auseinandersetzung mit
  existentiellen Fragen zum Beruf gemacht. Glaube als Ringen um die
  Wahrheit\, als Ringen um Gott mit Gott. Ginge es nicht auch einfacher die
  Suche nach Wahrheit? Wäre es nicht viel bekömmlicher diese Frage zu
  ignorieren und zu verdrängen?\n\n\n\n\n\n\nLesung: 1. Könige 19. 4-8\n
 \nElija aber ging in die Wüste\, eine Tagereise weit\, und als er
  hingekommen\, setzte er sich unter einen Ginsterstrauch. Da wünschte er
  sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun\, DU\, mein Leben
  hin\, denn ich bin nicht besser als meine Väter. 5 Dann legte er sich
  unter dem Ginsterstrauche schlafen. Auf einmal aber berührte ihn ein
  Engel und sprach zu ihm: Steh auf und iss! 6 Als er sich umschaute\,
  siehe\, da fand sich zu seinen Häupten ein geröstetes Brot nebst einem
  Krug mit Wasser. Da ass er und trank und legte sich wieder schlafen. 7
  Und SEIN Engel kam zum zweiten Mal\, berührte ihn und sprach: Steh auf
  und iss\, sonst ist der Weg für dich zu weit. 8 Da stand er auf\, ass
  und trank und wanderte dann kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig
  Nächte bis an den Gottesberg Horeb.\n\nPredigt\n\nArm und hungrig ist
  Elija gewesen. Ähnlich fühle ich mich\, wenn ich nach langen
  Wanderungen finde\, dass es jetzt genug ist\, dass ich keine Kraft mehr
  habe. Müde\, mutlos und abgeschlagen bin.\n\nAber gut\, dieser Elija hat
  doch gerade einen Wettkampf gewonnen! Rollen wir seine Vergangenheit kurz
  auf:\n\nIn Israel herrscht Hunger. Zwei Jahre hat es nicht geregnet.
  Elija sagt\, schuld seien König Ahab und seine Frau Isebel. Die beiden
  haben die beiden Götzen Baal und Aschera eingeführt. Korruption\,
  Wahrsagerei und Prostitution im Tempel Gottes haben geherrscht. Die
  phönizische Prinzessin Isebel hat die Altäre Gottes zerstört und die
  Propheten umbringen lassen. Dagegen wehrt sich Elija.\n\nAuf dem Gipfel
  des Karmel kommt es dann zum Showdown zwischen dem Gott Israels und Baal.
  Eine Szenerie wie zwei Revolverhelden in einem Spaghettiwestern mit Musik
  des kürzlich verstorbenen Enrico Morricone. Auf der einen Seite Elija\,
  auf der andern Seite hunderte von Götzenpriestern. Welche der beiden
  Gottheiten schafft es den Altar zu entzünden?\n\nZuerst sind die
  Baalspriester dran und schaffen es  trotz allem Beten nicht. Um sie zu
  verspotten\, lässt Elija sogar Wasser auf die Feuerstelle leeren\, als
  er an der Reihe ist.\n\nUnd nach seinem Gebet erst fällt Feuer vom
  Himmel. Elija siegt. \n\nAnschliessend befiehlt er die Baalspriester
  abzuschlachten. Und dann beginnt es zu regnen. Gott hat seine Macht
  gezeigt. Aber Königin Isebel lässt sich das nicht bieten und befiehlt
  Elija zu verfolgen. Er flieht und damit sind wir unter dem
  Ginsterstrauch\, bei Elijas Todessehnsucht angekommen.\n\nEine Geschichte
  aus der Bibel wie ein Märchen. An Dramatik\, Spannung und Action nicht
  zu überbieten\, aber mich lässt so einiges ratlos zurück: Wieso dieses
  Verspotten\, dieses Messen wie zwei Buben\, welche sich zeigen wollen\,
  wer weiter «brünzeln» kann? Aber vor allem: Wieso sterben Hunderte
  Baalspriester? Gewalt und Leid und als Antwort Gegenwalt...\n\nNatürlich
  macht dieses sinnlose Abschlachten Königin Isebel wütend und natürlich
  will sie Elija\, verfolgen und bestrafen lassen.\n\nIch habe wenig
  Mitleid mit ihm\, wie er unter seinem Ginsterstrauch liegt und sich
  seinen Tod wünscht. Anders wäre es\, hätte er auf die Rachetat
  verzichtet\, aber so...\n\nAls Kind habe ich manchmal die Bibelstellen\,
  welche wir einander beim Zmorgen und Znacht vorgelesen haben
  abgeändert\, manchmal nur ein Wort\, um zu schauen\, ob auch alle
  zuhören. \n\nDann habe ich mir mehr erlaubt\, habe einen Satz ergänzt\,
  habe einen andern weggelassen\, um meine Familie zu testen\, manchmal hat
  sich der Wortsinn ins Gegenteil verdreht... bis ich schelmisch gelacht
  habe und sie gemerkt haben\, dass ich sie an der Nase herumgeführt
  habe...\n\nBei dieser Geschichte von Elija scheint es auch so\, dass da
  einer mit Worten spielt\, sie sogar ins Gegenteil verdreht. Alles ist wie
  in einem Märchen: voller Wunder und Wendungen. Gott der hörbar
  spricht\, wundersam Essen bringt\, ein Gott der die olympischen Spielen
  im Feuer anzünden gegen Baal gewinnt. Verstörend wie ein Märchen\,
  wenn man es wortwörtlich nehmen würde.\n\nWenn ich ein Grimmmärchen
  lesen\, könnte man ob der ungeschminkten Gewalt aufgewühlt werden. Ein
  Wolf\, der im «Rotkäppchen» die Grossmutter auffrisst\, Eltern die in
  «Hänsel und Gretel» ihre beiden Kinder im Wald aussetzen und eine
  Hexe\, welche die beiden Kinder auffressen will.\n\nAber Kinder lieben
  genau diese Märchen\, vielleicht gerade weil sie so drastisch\, morbid\,
  und schwarz-weiss sind. Ich kenne kein einziges Kind\, welches diese
  Märchen für wahr hält\, die allermeisten Kinder können die
  symbolische Ebene erkennen und sagen\, was wahr ist.\n\nNur bei den
  Erwachsenen habe ich das manchmal so meine Zweifel\, ob sie in der Lage
  sind die Märchen zu erkennen\, welche einen nüchternen Faktencheck
  nötig hätten.\n\nMärchen transportieren Empfindungen\, Ängste\,
  Scham\, Lust\, Frust und einiges an indirekter Selbstoffenbarung. Das
  kann man sich wie ein Rätsel erschliessen. Märchen sind mehrdeutig. \n
 \nSie haben eine Absicht\, meistens wollen sie Angst\, Unsicherheit und
  Fragen verarbeiten. Manchmal schaffen sie es eine unerträgliche
  Realität zu verwandeln oder mindestens auszuhalten.\n\nNicht nur in
  Märchen ist es Tatsache\, dass Kinder ausgesetzt werden\, Hunger leiden
  und auf der Flucht sind. Es ist so\, dass Kinder zum Opfer werden\,
  physisch und emotional missbraucht. In Märchen beweisen die Ausgesetzten
  und Geplagten Mut\, zeigen Geschick oder beweisen sich mit einer List.\n
 \nWelche Absicht hat die Elija-Geschichte? Wer ist Elija?\n\nElija gilt
  als einer der grössten Propheten im Judentum. Man muss ihn als
  christusgläubiger Mensch ernst nehmen\, ausser wir vergessen\, dass
  Jesus selber Jude gewesen ist und nicht Christ.\n\nDer Prophet Elija ist
  mit Mose zusammen äusserst wichtig. Sein Name ist ein Bekenntnis:
  „Mein Gott ist JHWH“. Jüdische Gläubige rechnen damit\, dass Elija
  vor dem kommenden Gericht zu Umkehr aufruft und zur Versöhnung bewegt.
  Elija ist auch ein Symbol. Er will Standhaftigkeit in Zeiten von
  Unterdrückung und Götzenanbetung vorzeigen. Und weil Elija gemäss
  Bibel nicht gestorben ist\, sondern entrückt\, tritt er vermittelnd
  zwischen Gott und den Mensch auf. Ganz nahe bei der Messiasvorstellung.\n
 \nUnd dieser bedeutende Elija hat eine Depression. Er sitzt mit seinem
  Burnout unter seinem Strauch und sagt zu Gott:  Es ist genug! So nimm
  nun\, DU\, mein Leben hin\, denn ich bin nicht besser als meine Väter.
  Er rechnet mit sich ab. Er hat es besser machen wollen als seine
  Vorfahren und macht dann die noch grösseren Fehler...\n\nSeine Spott\,
  seine Rachegelüste\, seine Untat und sein Frust wollen unsere Gefühle
  spiegeln. Elija zeigt mir auf\, wie absurd und grotesk wie in einem
  Märchen es ist\, die Wahrheit\, die Frage nach Gott als Wettkampf
  anzuschauen. \n\nDie Suche nach Wahrheit ist doch nicht ein Siegen und
  Besiegt-werden. Es geht doch nicht darum\, welcher Gott besser ist. Ich
  meine es nicht provokativ\, wenn ich sage\, dass es sich hier um ein
  biblisches Märchen handelt. Es ist klar zu erkennen. Am
  Schwarzweissdenken\, an der bösen Königin\, den übernatürlichen
  wunderbaren Wundern\, dem Held der alle Gefahren mutig aushält\, an der
  Zuspitzung.\n\nWahr bleibt diese biblische Geschichte trotzdem\, aber
  nicht in einem wortwörtlichen Verständnis! \n\nJa\, arm und hungrig
  warten wir auf dieser Welt. Elija bietet sich uns zur Identifikation an.
  Ich nimm mit: Sei mutig\, glaube an Gott\, aber sei vorsichtig\, wenn du
  dann meinst die alleinige Wahrheit zu besitzen. \n\nGott verlässt Elija
  nicht. Stand wieder auf. Iss. Sonst ist der Weg zu weit. Du brauchst
  wieder Kraft\, um weiterzugehen.\nAmen.\n\n\nKontakt: Samuel Wagner\n
 \nWeitere Infos: https://www.ref-brunnen-schwyz.ch/veranstaltung/16487
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